Bei Freunden auf einer Grillparty. Meine Schwester brachte meinen 7 Monate alten Neffen ins Bett;ein paar Bekannte trudelten ein,einer davon ein Martial-Arts-Buff mit einem T-Shirt,das in einer gotischen Schrift Ärger nur so provozierte. OK,wir sind alle Rollenspieler,und etwas Platz im Windschatten räumen wir uns ja alle ein. Mein Geschmack war’s halt nicht so ganz.
Es gab die üblichen Kinder-Witze in einer Gruppe,die größtenteils aus Junggesellen und -Gesellinnen besteht: “Ich mag Babys,ich schaff’nur kein Ganzes”oder “They are crunchy and good with ketchup”.
Martial-Arts-Buff zog die Schraube an mit “Ich habe ein Messer zum Zerlegen”.
In war gerade mit dem ausgezeichneten Gurkensalat beschäftigt und hob zur Verteidigung meines Neffen mein mit Salatsauce beschmiertes Tafelmesser hoch. “Ich auch.”
Er zog sein Klappmesser aus der Scheide,ließ es aufschnappen und wedelte damit herum. Die drei umstehenden Leute wichen zurück. “Meins ist scharf.”
Mir fehlten die Worte. Vier Stunden später durfte mein Mann meinen ausführlich formulierten Unwillen auf der Heimfahrt erdulen. Was bitte ist an einem Messer so toll? Und warum muss man es zur dämlichsten Gelegenheit ziehen? Damit auch jeder weiss,das man es hat und sich brav bedroht fühlt? Meines Dafürhaltens hatte sich Martial-Arts-Buff eigentlich eine heftige Ohrfeige verdient. Leider saß ich zu weit weg.
Na besser war das vielleicht. Man soll ja gefährliche Leute,die auch noch mit scharfen Waffen bewaffnet sind,nicht auch noch reizen. Und wieder mal eine Party bei der man überlegt,ob man bei ähnlicher Gelegenheit nochmal hingeht. Bei der Klientel…
War ja offensichtlich das einzige scharfe an dem Kerlchen.
Erinnert mich an:Sag mal,hast du eigentlich ne Freundin?
- Nein,Schätzchen. Warum?
- Denk mal drüber nach.
Klappmesser mit Scheide. Wie peinlich ist das denn…
Nicht provozieren lassen.
Da man stehende Messer über einer bestimten Länge nicht mehr tragen darf,blieb wohl nur das Schnapp-Klapp-Messer übrig. Vom Heft her hat es auch Präsenz.
Aus dem Vorfall entwickle ich gerade eine Kurzgeschichte –Therapie für Schreiber,sozusagen.
Es ist morgens,gleich bringe ich meinen Sohn zum Bahnhof und vorher
noch mal schnell auf Deinen blog und?????????????????
Sei froh,daß Du weiter weg gestanden hast,es ist besser so!
Auch wenn es Verwandtschaft ist,da würde ich nie wieder hin gehen.
Einen schönen Tag noch und herzlichen Gruß
margit