Szene herausnehmen, ausschütteln, neuschreiben
(Projekt NR: 42 Normseiten – 65.851 Zeichen)
Der Tag begann mit einem Update meines Schreibprogramms. Die tollen neuen Funktionen wollte ich dann auch kennenlernen, also habe ich das Handbuch geschmökert… Langer Zeitraum, kurzer Satz: Ich habe mich mit Software beschäftigt, nicht mit Schreiben.
Irgendwann habe ich dann doch Fräulein Diszipliniert wiedergefunden. Ich habe mir eine Szene, die mich seit dem Tag, an dem ich sie geschrieben habe, genervt hat, vorgenommen. Ganz Radikal habe ich sie vollständig entfernt und neu geschrieben. Deshalb bin ich auch nicht bei meinen üblichen “drei Normseiten mehr als vorher” gelandet, sondern habe nur gut eineinhalb Seiten mehr geschafft – mich hat nur ein toller Zeilenumbruch gerettet: Das letzte Wort des letzten Absatzes steht auf Seite 42
.
Ausserdem hänge ich mit der Nase immer noch voll in medizinischer Literatur. Es ist faszinierend, was sich seit Omas Zeiten in der Humanmedizin getan hat – und Omas Kräuterkunde ist noch viel interessanter. Ich glaube, meine Rechercheergebnisse könnten für einige Romanhintergründe herhalten. Besonders hat es mir die Giftwirkung des Knollenblätterpilzes angetan. Einige deutsche Herrscher sind diesem unfehlbaren, aber “langsam” wirkenden Gift zum Opfer gefallen, wenn man die zeitgenössischen Quellen entsprechend liest: Der Herrscher hat sich an einem Pilzgericht den Magen verdorben, dann geht es ihm wieder gut, und fünf bis zehn Tage später fällt der Herrscher nach kurzer unvermittelter Krankheit tot um. An den Pilzen kann es ja wohl nicht gelegen haben, oder?
Irgendwann muss ich das mal verwenden…