(Projekt NR:149.837 Anschläge –97 Normseiten)
Endlich bin ich da,wo ich am ersten Juli sein wollte…Jeden Tag ein Stückerl mehr bringt einen auch irgendwann ans Ziel. 14 Seiten fehlen noch bis ich wieder in meiner Arbeitsplanung angekommen bin.
Heute habe ich sehr viel über Schlösser gelernt –und noch mehr darüber,wie man sie knackt. Wirklich schade ist es,dass die schleichende Amerikanisierung Deutschlands auch schon bei den Hobby-Schlossknackern angekommen ist. Dietriche heißen in Deutschlands Läden nicht mehr Dietriche sondern Lockpicks,und ihre einzelnen Ausführungen nennen sich Snake,Hook oder Extractor. Warum die im Internet aktiven Schlösserknacker sich nicht auf Deutsch ausdrücken können,ist mir schleierhaft.
Nein,das stimmt nicht. Lockpicking wurde zuerst in den USA als Sport betrieben,also wurde von dort auch die Fachsprache re-importiert. Und da die Hobby-Lockpicker eher selten eine Schlosserlehre gemacht haben,wurden die amerikanischen Begriffe einfach übernommen,um dem Unwissenheits-Chaos in der deutschen Sprache auszuweichen.
Ähnliches passiert ja gegenwärtig auch in anderen altweltlichen Bereichen wie dem Spinnen,wo der Rolag als Begriff besser verstanden wird als die Kardenrolle,und beim Sticken,wo Redwork-Quadrate hergestellt werden,obwohl es im Ursprungsland des Redwork die Rote Linienstickerei gibt. Da aber die deutschen Spinnerinnen,die ihr Handwerk noch aus solches ausübten,nach dem zweiten Weltkrieg ausgestorben sind und die deutschen Handsticker den gleichen Weg zu gehen scheinen, ist diese Entwicklung wohl natürlich.
Gute Fachliteratur zum Spinnen,Weben oder Sticken gibt es nur auf Englisch oder Japanisch,also wird der einheimische Wortschatz entsprechend ersetzt. Da mehr Leute Englisch als Japanisch beherrschen,dominiert also der englische Wortschatz.
Hallo,Thea,
zu der Kunst des Schlösser-Knackens durch ehrbare Nichtfachleute gibt es in der Autobiographie von Richard Feynmann (Physik-Nobelpreisträger,löste das Rätsel derChallenger-Katastrophe) ein schönes Kapitel:wie er in Los Alamos die Schreibtische und Safes knackte. Sehr lesenswert und unterhaltsam. Verfügbar am bekannten Ort. Kann am Samstag geliefert werden,falls Leseinteresse besteht.
Bis dann,
PB
Hallo PB,
Die Autobiographie –ich nehme an,du meinst “Sie belieben wohl zu Scherzen,Mr. Feynmann”–habe ich schon gelesen. Von Vorne bis Hinten,und das schon im zarten Alter von 16 Jahren oder so
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Aber Safetüren und Schreibtischschlösser waren nicht das Objekt meiner Begierde:Es mussten Gewirre-Schlösser,Buntbartschlösser und Chubbschlösser sein –also Zeitspanne Mittelalter bis Renaissance.
Freund Internet war sehr hilfreich –sobald ich die englischen Fachbegriffe dazu aufgetrieben hatte.
–Thea