Ich schreibe sehr gerne an dem kleinen Netbook,das wir als Ersatz für meinen eines tragischen Todes gestorbenen japanischen Riesenlaptop besorgt haben. Die Tastatur liegt mir mit ihrem weichen aber deutlichen Anschlag,und mangels Internetverbindung geht beim arbeiten auf dem Netbook auch mal was voran.
Um den Akku zu schonen,hänge ich das Netbook bei Hauseinsätzen meist an das Stromnetz und nehme den Akku heraus. Das funktioniert eigentlich ganz gut.
Nur heute musste Alanna –eine unserer Katzen –unbedingt auf meinen Schoß. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon zwei Stunden Textarbeit –hauptsächlich Überarbeitungen –hinter mir,und irgendwie hatte ich es versäumt,zwischendurch auf <crtl-s>zu drücken. Katze schmuste,Katze sprang –Kabel sprang auch. Aus der Buchse heraus. Das Netbook machte fusch…und war aus.
Das war ärgerlich,aber keinen Wutanfall wert. Also wurde Alanna mangels Ablenkung ordentlich versorgt,und dann bootete ich das Netbook neu. Allzu großen Datenverlust stellte ich mir nicht vor,schließlich ist mein Papyrus auf “Automatisch speichern alle fünf Minuten”eingestellt. Aber ich musste feststellen –Backups waren da. Massenweise,und nach Datum und Uhrzeit gestaffelt,wie gewünscht. Aber das letzte Update war von gestern kurz nach zehn Uhr abends. Ich hatte aber definitiv um neun heute Morgen mit der Arbeit angefangen…
Man ist ja ein alter Computer-Buff –auch wenn mich alles jenseits von WinXP und einem ordentlichen Linux einfach nur nervt –und ich fand folgende Erklärung:Windows puffert (wie UNIX übrigens auch;das war früher ein wichtiges UNIX-Feature) um der Schnelligkeit Willen alle Datenmanipulationen (lesen,speichern,ändern) im Arbeitsspeicher,um sie dann bei Gelegenheit (also zu einem Zeitpunkt,an dem wenig los ist und niemand warten muss) auf den richtigen Datenträger zu speichern. Deshalb sollte man tunlichst keine Festplatten im laufenden Betrieb ziehen.
Was mir nicht bewusst war ist,dass Windows offensichtlich (man siehe mein Netbook) auch bei einem prinzipiell unter Null-Last laufenden System (an war:Papyrus Autor und ein dienstbarer Geist namens Bildschirmtreiber) alle Datenmanipulationen puffert und sie auch binnen zwei Stunden nicht auf den entsprechenden Datenträger schreibt. Windows schreibt das Datenpaket wirklich erst,wenn man manuell mit <strg-s>den Datentransfer erzwingt. Dann schreibt es aber gleich alle im RAM gepufferten “Sicherungskopien”mit auf den Datenträger.
Das hat mich dann schon gefuchst. Wofür macht mein Schreibprogramm brav und regelmäßig gestaffelte Sicherheitskopien,wenn das Betriebssystem das Feature dann abfängt? So habe ich ja gar nichts von meinen Sicherungskopien. Ich bekomme sie ja erst dann geliefert,wenn ich manuell speichere. Und bei einem manuellen Speicherstand muss ich mir um die dazwischenliegenden Backups wirklich nur Sorgen machen,wenn ich selber Mist gebaut habe –im Text,wohlgemerkt,nicht bei der Stromversorgung.
Narf.