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Rechenknechte und Datenträger

(Projekt NR: 208.052 Anschläge – 135 Normseiten)
Nach meinem letztwöchigen Ausflug in den Krankenstand ging es heute recht zäh voran. Dafür habe ich jetzt eine hübsche Szene, die wahrscheinlich später der stumpfen Axt zum Opfer fallen wird, aber bis dahin kann ich mich ja an ihr freuen. Drei Seiten mehr waren es auch.

Mein alter USB-Stick – der Träger all meiner Master-Dateien – dagegen hat das zeitliche gesegnet. Er meldete sich noch einmal kurz mit einem heftigen Wackelkontakt zurück; ich schob in einem eiligen Backup alle Daten auf meine Festplatte, und danach war’s das. Endstation Elektronikschrott auf dem Recyclinghof.

Der Nachfolger ist ein neuer USB-Stick, der doppelt so schnell ist und auch noch doppelt so viel Daten fasst. Bei 15 Megabytes in Dokumenten, noch einmal 150 Megabytes in Referenz-PDFs und 250MB für das Schreibprogramm mitsamt vollständigem Duden klappern meine Dateien darauf herum wie die einsamen Erbsen in der Blechbüchse. Aber kleiner als 4GB habe ich nichts gefunden… Ich bin wohl doch zu altmodisch. Was will ich mit einer Terabyte-Festplatte, wenn meine aktuelle 30GB-Festplatte trotz System, nützlichen Programmen und ein paar Spielen noch lange nicht an ihre nützlichen Grenzen gestossen ist?

Aber wenn es an die nächste Festplatte geht, wird es wohl nichts kleineres mehr bekommen. Dabei erinnere ich mich immer noch klar an die P/2 meiner Mutter, die eine stolze 20MB-Festplatte hatte… mit dem PC durfte ich nicht spielen, der war nur zum arbeiten. Die Desktop-Wuchtbrumme aus Metall war meines Wissens nach ein 80/80 und verfügte über ein stolzes Megabyte RAM. 640K davon waren frei für Programme, der Rest war “hoher Speicher”. Das Betriebssystem stammte von IBM und nannte sich DOS – Disk Operating System.

Mein gegenwärtiger Rechenknecht (der jetzt schon wieder vier Jahre alt ist) frisst die Rechenleistug der P/2 binnen der ersten Bootsekunde, und über das RAM müssen wir nicht reden. Vor ein paar Tagen wollte ich gepflegt mit meinen Computer-Kenntnissen angeben und erwähnte nämliche P/2 als einen der ersten Rechner, die ich zu bedienen gelernt hatte. Mit DOS in der Kommandozeile, da die DOS-Shell damals noch nicht existierte. Mein Gegenüber sah mich verwundert an und erklärte mir, dass der PII (aka. Pentium II) doch noch nicht einmal so alt wäre… Diese PCs wären doch schon mit Windows 95 ausgeliefert worden.

Wenn ich mich das nächste Mal am Strunzen versuche, fange ich vielleicht doch lieber mit dem neumodischen Schneider-PC an, der mit zwei 144KB fassenden 3,5″-Laufwerken ausgerüstet war. Das war übrigens schon ein 80/86.

Manchmal fühlt man sich auch mit 30 Jahren schon alt…

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