Zwei Lagen Kleidung sind besser als eine

Paradox, wie es klingt: In großer Hitze ist ein Unterhemd unter dem T-Shirt oder eine langärmlige Bluse über Selbigem viel angenehmer als nur das Shirt. Dies gilt vor allem, wenn man gezwungen ist, sich länger in der Sonne aufzuhalten. Letzteres empfehle ich natürlich prinzipiell nicht – Licht und Wärme vom Tagesstern sollte man grundsätzlich vermeiden.

Die Theorie und Praxis hinter der Behauptung: man schwitzt die körpernahe Kleiderlage schnell durch. Gerät man dann in einen Luftzug oder bekommt einen kleinen Windhauch ab, so verdunstet der Schweiß. Es wird kurzfristig ganz schön kalt – am Rücken, an den Nieren, am Bauch oder Hals. Die Muskeln werden unterkühlt, und schon hat man sich eine Sommererkältung, einen Krampf oder eine Steifheit eingehandelt.

Liegt aber die durchgeschwitzte Kleidungslage nicht direkt auf der Haut, sondern wird von einer darüberliegenden Lage geschützt, so kommt man in den Genuss einer sanfteren Kühlung. Das Wasser, das auf die obere Kleiderlage durchgesickert ist, verdunstet und zieht den Schweiß aus den unteren Lagen hoch, ohne extrem zu kühlen. Man trocknet also ohne Reue aus.

Zum Zweiten schützt die obere Kleidungslage vor Sonneneinstrahlung auf der Haut und schirmt den Körper vor der umgebenden heißen Luft. Man schafft sich also durch einen losen Überwurf über der Alltagskleidung eine kleine private Klimaanlage.

Natürlich sollte man nicht unbedingt das dicke Holzfällerhemd aus Wolle für solche Kleidungskombinationen wählen. Materialien der Wahl sind Leinen, Baumwolle, Hanf oder Ramie. Auch sollte die Überkleidung locker geschnitten sein, um ihre beste Wirkung zu entfalten.

Prinzipiell sollte man Sommerkleidung weit und locker wählen, da der Körper damit Gelegenheit bekommt, sich (s)ein kleines Mikroklima unter den Stoffen zu schaffen. Ich bin ein Naturfaserfreak, also äußere ich mich nicht zu moderner Funktionsbekleidung. Ich lasse mich aber gerne aufklären ;-)

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1 comment to Zwei Lagen Kleidung sind besser als eine

  • Petalwing

    Ich persönlich schöre ja auf die indischen Klamotten. Diese Zweiteiler… jetzt hab ich den Namen vergessen: jedenfalls sind die Stoffe der Traum und so flatterhaft, dass sie wirklich angenehm kühl halten. Aber das geht ja auch ziemlich genau mit Deiner These einher…

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