Lotto

(Projekt NR: 350.610 Anschläge – 227 Normseiten)

Jetzt ist alles vorbei, und ich kann’s zugeben. Wir haben Lotto gespielt. Um die 31 Millionen am letzen Mittwoch, und die Sonderziehung auf die drei Richtigen am Mittwoch und Samstag. Unsere Begründung war einfach: Wir wollten den bayrischen Staat :P beim Rückkauf von Beutekunst (was für ein Wort) unterstützen. Die Gewinnchance auf 31 Mille haben wir schulterzuckend in Kauf genommen.

Wir sind also Mittwoch Nachmittag zur Lotto-Annahmestelle gepilgert und ließen uns von wissenden Menschen in das Geheimnis des Kreuzchen-Machens einweisen. Lotto spielen ist ja gar nicht mal so einfach.

Aber wir schafften es, unseren Tippzettel fehlerfrei auszufüllen, spendeten unsere 10 Euro an den Staat (der ja bekanntlich 50% aller Lottoeinnahmen direkt einstreicht, also war es eine Spende von 5 Euro an den Staat und 5 Euro an den zukünftigen Gewinner) und zogen von Dannen.

Auf dem Spaziergang zurück nach Hause überlegten wir dann, was wir mit 31 Millionen Euro wohl anstellen würden. Unsere Liste erstaunte uns selbst: Wir mögen unser Auto, und unsere Wohnung auch. Die wollten wir also nicht ersetzen. Aber die Küche müsste eigentlich neu eingerichtet werden, und das Bad braucht neue Wasserrohre und Kacheln. Pi mal Daumensprung würden uns also auch schon zehntausend Euro vollauf reichen.

Dann kam die “Lebensrenten-Frage”. Die rechneten wir angelegentlich mit einem Freund durch, auf den wir auf dem Rückweg vom Wettbüro, äh, der Lottoannahmestelle, trafen. Wir kamen darauf, dass 4 Millionen Euro, sicher in Bundesschätzchen und Rentenpapieren angelegt und regulär versteuert, für eine 3000-Euro-Monatlich-Lebenslang-Rente durchaus ausreicht. Blieben also 26 Millionen 990.000 Euro, mit denen wir immer noch nichts anfangen konnten.

Und für die Lotto-Millionen die Arbeit aufgeben? Ich mag meinen Job, und mein Mann mag seinen. Beide haben wir unsere Berufe nicht des Geldes sondern der Berufung wegen ausgesucht. Nicht weiterarbeiten käme für uns nicht in Frage.

Aber man kann ja die Unmengen Geldes noch verschenken, und damit das Haus abzahlen und renovieren, aber der Haufen wird dadurch ja nicht weniger…

Es kamen die Lottotage, es kamen die Ziehungen, und wir hatten einmal drei Richtige. Also wurde nichts aus unserer Spende an Väterchen Bayern. Es wollte unser Geld nicht haben. Wir gewannen 12 Euro, bereinigt um unseren Einsatz also 2 Euro.

Dafür kauften wir uns zwei Eis, und gut war’s. Mit den Millionen hätten wir sowieso nichts anfangen können.

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2 comments to Lotto

  • Schmetterflink

    Süß. Das ist ja fast eine Kurzgeschichte.

    Mir kann das nicht passieren. Ich werde mir mein Eis wohl nie durch eine staatliche Lotterie finanzieren alssen, weil ich ja verinnerlicht habe, dass ich nie – niemals Lotto spiele. Und wenn es um 90 Mios ginge.

    Tät ichs, gings mir wahrscheinlich ähnlich wie Euch.

    Auch Weihnachten kaufe ich keine Spendenlose oder ähnliches. Immerhin finanzieren meien Strafzettel beim Falschparkken und kleineren Geschwindigkeitsübertretungen ja diejeweilige Gemeinde. Also finde ich, dass ich übers Jahr durchaus genug Spende… soziales fahren und Parken quasi…

    Mit den Millionen hätten wir allerdings einen Verlag gründen können, welcher… und wir hätten dafür auch die ganzen Millionen gebraucht, so ein Verlag ist teuer… ach, was rede ich… ich habe doch keine Ahnung von BWL… wir müssten uns auch noch einen guten Verleger dazukaufen…. obwohl für soviel Geld hättest du dir vielleicht sogar einen mittelgroßen Verlag kaufen können… dann wären wir das leidige Klinkenputzen… egal, ich spiel ja nicht Lotto und ihr gewinnt nicht… also zurück zu den aufmüpfigen Södnern und Priesterinnen irgendwelcher zwielichtigen Gottheiten…

  • Hallo Schmetterflink,

    Ich spiele ja eigentlich nie Lotto, und mein Mann auch nicht. Deshalb standen wir doch beim Schreibwarenhändler und beschäftigten eine Angestellte für 5 Minuten damit, uns zu erklären, was man wie und warum ankreuzt. Finanz-Anteilig haben wir damit sogar Geld “vernichtet”, weil die Arbeit der Angestellten dem Laden ingesamter keinen Gewinn eingebracht hat.

    Weihnachtslose für Tombolen kaufe ich ab und zu – für nicht mehr als 5 Euro pro Vergnügen. Ich rechne immer schon mit Nieten, und mehr als eine Krepppapierrose habe ich auch nie bekommen.

    Schließlich prellen wir mit unserer rechtschaffen-blöden bis phlegmatischen Fahrweise auf Deutschlands Straßen die armen Blitzer und Polizisten ja ständig um ihr Geld. Wenn ich mitgezählt hätte, wie oft wir schon für mitternächtliches 80-fahren in der 80er-Zone auf der Landstraße angehalten wurden, mit der lieben Frage: “Haben Sie etwas getrunken?”, was eigentlich immer von und unserer Standard-Antwort “4 Spezi” abgeschlossen wird…

    Da muss man den Staat ab und zu aktiv unterstützen. Diesmal war es ein Versuch mit Glücksspiel, auch wenn sie das Geld nicht wollten. :D

    Die Sache mit dem eigenen Verlag hatte ich mir noch gar nicht überlegt. Das wäre natürlich eine Möglichkeit gewesen, das Geld zum Arbeiten zu bringen, und Klinkenputzen würde es uns tatsächlich einsparen.

    Aber auf der anderen Seite: Warum lassen wir uns nicht mal bei der Bundesakademie in Wolfenbüttel bespaßen? Die haben doch regelmäßig Romanschreiber-Kurse, und gar nicht mal sooo teuer. Der Oliver (wasauchimmer) mit “Fledermausland” vom Heyne-Wettbewerb war doch auch ein Wolfenbüttler…

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