Vom einen Lektorat ins andere Lektorat
“Nachtrichter” machte heute morgen einen kurzen Zwischenstop auf meinem Computer: es kam aus dem Fachlektorat, und mit eingepflegten Änderungen ging es dann wieder raus zum literarischen Lektorat. Allzu grobe Schnitzer habe ich mir nicht erlaubt, nur eine liebgewonnene Szene musste der nirgends ausgesprochenen offiziellen Setzung weichen. Auch als Ideo-Syn-Craziness war es nicht durchzubringen… Vielleicht kann ich die Stelle ja als “echt inoffizielles” Outtake noch irgendwo unterbringen.
Wie genau das mit Projekt HE aussieht, weiß ich zum Glück nicht. Ich gönne mir jetzt erst einmal Ausruh-Sachen wie noch nicht erledigte Weihnachtsgeschenke (da war dieses dringende HE-Projekt kurz vor Weihnachten und ein paar zeitlich unglückliche Erkrankungen), etwas Spielzeug und Hausaufgaben für die Weber-Ausbildung. Die Gemüsesuppe für heute Abend steht schon auf dem Herd, und sofern mir das Gas nicht ausgeht, habe ich es zum ersten Mal in diesem Jahr geschafft, am Ende des Vormittags eine ordentliche Wohnung zu haben. Vielleicht schaffe ich es sogar, unser Schlüsselbrett aufzuhängen
Zusätzlich habe ich mir ein schon recht angestaubtes Buch gegönnt: Sol Stein “Über das Schreiben”. Es ist zwar nicht sonderlich alt, aber obwohl ich die Erstausgabe besitze, habe ich es nie geschafft, meine Nase hineinzustecken. Bis zu meinem jetzigen Lektürestand ist das Buch ganz interessant geschrieben, aber es krankt an den üblichen Problemen eines Schreibratgebers: Man liest größtenteils ein Rezeptbuch für das perfekte Buch. Leider bin ich aber wirklich unfähig, mich an vorgegebene Schemata zu halten, sei es ein Backrezept, eine Nähanleitung oder eine Buch-Schreibe-Anweisung. Ich nenne es positiv überschießende Kreativität. Ein paar interessante Hinweise kann man aber trotzdem herausziehen; vor allem das Kapitel über Überarbeitung(en) ist äußerst hilfreich.
Nein, natürlich lese ich nicht konsekutiv von Seite 1 bis 400. Das würde meinen kreativen Prozess stören