Ich will – will ich einen schnelleren Rechner?
Bis dato war ich mit der Leistung meines Hauptrechners ausserordentlich zufrieden. Er ist schnell, zuverlässig und macht kaum Spirenzchen. Der letzte Absturz fand vor ein paar Monaten statt, als meine Grafikkarte unvermittelt alle Viere von sich streckte, und mit der neuen Grafikkarte (halb so gut wie die Alte) funktionierte wieder alles ganz gut. Die Leistungseinbuße, die ich mit der Ersatzkarte hinnehmen musste, war aber deutlich zu spüren. Schließlich habe ich “damals” – so im Sommer 2006, als mein japanischer Schlepptop schon nach eineinhalb Dienstjahren aufgab – ein perfekt abgestimmtes System zusammengestellt. Da funktioniert diese neue Karte einfach nicht so ausgezeichnet wie das alte Modell, das in Taktfrequenz, RAM und Bandbreite genau zum Rest des Systems passte.
Anlässlich des Endes der alten Grafikkarte fragte ich mal vorsichtig beim Händler an, wie er denn die Leistungsfähigkeit meines Rechners einschätzte – und er meinte, das System sei immer noch kaum zu überbieten – selbst ein QuadCore Prozessor würde mir kaum bessere Rechenleistung bringen, vor allem, da das System so schön ineinanderspiele. Solange ich nicht die aktuellsten Ego-Shooter zocken möchte, wäre mein Computer so allem gewachsen, was auf dem Markt herumfleucht.
Naja, ich habe eine glorifizierte Schreibmaschine, die vier Sprachen “sprechen” muss – Deutsch, Englisch, Japanisch, Französisch – und ab und zu “zocke” ich mal GuildWars oder Siedler II im Emulator. Hauptsache, Papyrus, Acrobat Reader und Apache laufen…
… dachte ich. Die letzten paar Tage habe ich an einer Landkarte gearbeitet, deren Größe ins astronomische ging – 14000×9000 px² bei 1200dpi. Am Anfang ging es ja noch, aber gegen Ende der Arbeit wurde jede einzelne Manipulation an der Datei eine 80/80-Geduldsprobe. Ja, ich gebe zu, der Vergleich ist übertrieben, aber er stimmt doch: Programm starten – 5 Sekunden. Datei laden: 2 Minuten. Fragment auswählen: 40 Sekunden, Fragment manipulieren: 1 Minute. Fragmente zu bearbeiten: Viele.
Zum Speichern auf crtl-s drücken und erst mal einen Kakao anrühren.
Zu der Gelegenheit erhob sich ein begehrlicher Gedanke: Mit einem Mainframe wär’ das nicht passiert… Und noch einmal einen Numbercruncher zusammenstellen, der vier Jahre lang besser funktioniert als die Entwicklung verspricht, das wär’ doch was… Oder gleich einen einschlägigen Apple Mac, der auf Grafikverarbeitung optimiert ist… Ein Pixel am Bildschirm gleich ein Pixel auf dem Drucker, oder wie der Slogan hieß…
Im Sinne unseres Hausbudgets sollte ich wohl darauf verzichten, weitere Landkarten in der Qualität zu bearbeiten. Oder mir eine Grafikkarte besorgen, die gut in mein System passt. Sonst sitze ich hier wirklich bald mit einem Designerrechner. Und auf einem Mac läuft kein GuildWars