Author Archive: Dorothea Bergermann

Nützlinge – man muss sie einfach lieben

Dieses Frühjahr begann feucht, führte sein Leben nass weiter und beendete es mit feuchtwarmen Regenschauern – zumindest in der nürnberger Tiefebene.

In solchem Wetter fühlen sich die üblichen Verdächtigen unter den Insekten – Hummeln, Bienen, Florfliegen, Marienkäfer und wie sie alle heißen – nicht allzu wohl. Aber es gibt eine unbeugsame Insektenart, die diese Witterungsbedingungen einfach nur liebt: die Blattlaus. Ob grün, gelblich oder dunkelblau-schwarz, die Blattläuse lieben es kühl und nass. Da ich jedes Jahr zum Insektenfüttern eine “Blattlausfarm” aus Ringelblumen und Kapuzinerkresse anlege, habe ich eine gesunde Blattlauspopulation im Garten. Nur gab es dieses Jahr keine Insekten, die diese Blattläuse fressen wollten.

Also hatte ich so viele Blattläuse an den Paprika, dass sie nicht mehr wachsen konnten. Die Schneekirsche trieb nicht aus, weil die Blattläuse allen Saft aus den Knospen heraussaugten. Meine Baumwollpflänzchen, mühevoll hochgepäppelt, kümmerten aus Blattlaus vor sich hin …

Zuerst habe ich die Viecher abgestreift. Das half nicht viel, weil die Knospen zu klein für meine dicken Finger waren. Der Kollateralschaden an Austriebsknospen war einfach zu hoch. Dann griff ich zu Spüli, und als das nichts half, zu Kaliseife.

Irgendwann kam mir der Gedanke, dass ich mich in einer wetterbedingten Rüstungsspirale mit den Blattläusen befand. Und dass das reichlich doof war. Wenn ich weder Marienkäfer noch Florfliegen im Garten hatte … ich schiebe das mal auf den harten Winter und den miesen Frühling, da bei mir nichts Härteres als Kalilauge gegen Insekten eingesetzt wird … dann musste ich mir einfach welche besorgen.

Mein Blattlausproblem erstreckte sich mittlerweile auch auf die Küchenkräuter, die Hornveilchen im Balkonkasten, die Ahörner und sogar den Borretsch und die Moschusmalven. Alles was noch halbwegs Grün aufweisen konnte, war blattlausbefallen und klebrig und voller Blattlauseier. So richtig Bah. :)

Aber nachdem ich rund 500 Florfliegenlarven und 50 Marienkäferlarven von unseren Naturschützern gekauft und ausgewildert hatte, war nach fünf Tagen der Spuk vorbei. Heute, acht Tage nach dem Aussetzen der Nützlinge, habe ich mir die Zeit genommen, meinen Balkongarten zu “beregnen” und den ganzen Blattlauspapp abzuwaschen. Den Pflanzen geht es prächtig, und sie treiben auch wieder gut aus. Und die Paprikas bilden erste Früchte. Die werden vielleicht noch etwas.

Nur um die Nützlingslarven mache ich mir jetzt Sorgen: Wenn die in acht Tagen alles an Blattlaus weggefressen haben … gibt es dann jetzt noch genug Blattläuse, um die nächste(n) Generation(en) zu versorgen? Ich hätte ja gerne auch eine stabile Nützlingspopulation.

DSA für den Deutschen Phantastikpreis nominiert

DSA – die Romanserie “Das Schwarze Auge”, für die ich auch schreibe, wurde für den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Bis zum 28. Juli 2013 könnt ihr darüber abstimmen, welche der nominierten Romane den Preis verdienen. ;)

Das Schwarze Auge ist zwar mit über 25 Jahren und über 150 Romanen die älteste deutsche Fantasy-Romanreihe, doch auf die Nominierungsliste des Deutschen Phantastikpreises hat man es noch nicht geschafft. Ich bin in der Reihe mit gegenwärtig drei Romanen und einer Novelle vertreten und freue mich einfach mit. :D

Gossypium Arboreum

Da sind wir wieder. Mein erster Baumwollbaum ist mittleweile ganz schön groß geworden. Da ich ihn recht früh “ausgewildert” habe, musste er leider einiges mitmachen: Wind, tiefe Temperaturen und viel zu viele Blattläuse. Aber er macht sich und produziert fleissig Blätter. Die verkrüppelten Blättchen gehen auf das Konto der Blattläuse. Das nasskalte Wetter von März bis April war perfekt für die Sauger.

gossypium_arboreum_2013

Den fünf jüngeren Geschwistern des Bäumleins geht es gut. Die baden gerade im Regen.

Hermann und ich

Vor ein paar Wochen unterhielt ich mich mit einer Freundin übers Brotbacken. Früher habe ich mich recht intensiv damit beschäftigt. Meine Sauerteig-Versuche starben dutzende Tode. Unterzuckert, überzuckert, untermehlt, zu kalt, zu warm … Ich habe einiges an Erfahrung in Sachen Fehlgärung, und auch ein bisschen Erfahrung mit glücklicheren Sauerteigkulturen. Dadurch verfüge ich auch über eine geeichte Nase: Ich kann riechen, was an einem Teig falsch gelaufen ist.

Während des Gesprächs kamen wir beide darauf, dass wir zwar Brot backen wollen täten, aber wirklich keine Zeit für eine gute Sauerteigführung haben. Mit Kindern und Gästen und Haushalt ist das nicht so einfach, wie es sich beim Durchlesen eines Rezepts anhört. Vor allem, wenn der Rest der Leute im Haus keine Ahnung von Sauerteigen hat und nicht weiss, warum man auf keinen Fall die Heizung darunter ausstellen sollte.

Einige Tage später brachte mir ein Gast ein “neues Haustier” mit. Zusammen mit einem Kettenbrief: Einen Hermann-Teig. Erkannt habe ich ihn sofort – aber mir war nicht bewusst, dass der Kettenbrief-Hermann immer noch lebt, sozusagen. Wider besseren Wissens habe ich den Teig angenommen. Er roch gut, ordentlich Milchsauer. Also konsultierte ich die Anleitung und rührte am passenden Tag 200g Zucker in den Teig. Zum Hefefüttern.

Dann gab es die ein oder andere Katastrophe, und als ich am nächsten Tag den Teigzustand kontrollieren wollte, hatte der Teig gut eineinhalb Tage in der prallen Sonne bei 30+ °C verbracht. Der grobkörnige Zucker, den ich dank Sturmböen und hingefallener Kinder nicht mehr richtig unterrühren konnte,  hatte sich am Boden abgesetzt und das Ergebnis roch nach … Alkoholgärung. Nichts mehr mit milchsauer.

Also habe ich den Teig entsorgt. Mit Hermann und mir wird das die nächsten Monate nichts. Irgendwann, wenn es wieder kälter wird und das Wetter berechenbarer aussieht (einmal herzlich lachen, bitte), setze ich noch mal einen Hermann an. Der Teig ist ja recht stabil, und einmal die Woche kann man ihn für süßes Brot teilen und neu anzüchten. Dann machen wir daraus das Sonntags-Zuckerbrot.

Der Wettergnom

Mein Mann hat die Verantwortliche für das schlechte Wetter beobachtet und gezeichnet.

GoblinShamaninRain

Hochwasser

Vor ein paar Jahren haben wir dort gewohnt, wo jetzt Land unter ist. Hätten wir uns nicht für die Pampa entschieden, so würden wir heute mit dem Schlauchboot einkaufen gehen und jeden Tag die Sandsäcke auf Sickerstellen untersuchen. Bei uns gilt zwar auch (noch) Hochwasser-Meldestufe 2, aber das Einzige, was uns beeinträchtigst, ist das Rattern der Grundwasserpumpe. Ab und zu. Da wir im ersten Stock wohnen, ist das alles relativ.

Nun juckt es mich in den Fingern, ein oder zwei Hochwasser-Kurzgeschichten zu schreiben, aber ein gewisser Roman hat absoluten Vorrang. Ich wünsche allen Hochwasseropfern, dass das Wasser bald abfließt und sich die Reparaturkosten in Grenzen halten.