Anspannung und Entspannung

Ich merke gerade, unter wie viel Anspannung ich die letzten Wochen stand. Seit Mittwoch habe ich keine dringenden Terminarbeiten mehr; gestern und heute fühlte ich mich sehr fahrig. Ich wollte eigentlich ein paar liegengebliebene Handarbeiten fertig machen, aber aus guter alter Gewohnheit schalte ich jeden Morgen den Rechner an… und sitze nach dem Frühstück vor der Mattscheibe und frage mich, was heute noch zu schreiben, überarbeiten oder dringendes zu schreiben ist… und da ist nichts. Irritierend, nicht?

Desorientierung nach Überarbeitung. Zeit für eine Computer-Pause, denke ich.

Wie der Kopf funktioniert

Während ich mit Projekt HE beschäftigt war, hatte ich keine Zeit, mich mit Textilien abzugeben. Das tat meiner Kreativität in dieser Hinsicht aber keinen Abbruch. Ich habe dutzende Schmierereien auf meine Notizblättern, in denen ich Webmuster für Schals, Stickmuster, Stickbilder und ganze Kleidungsstücke entworfen habe.

Jetzt sitze ich an der ratternden Nähmaschine, ärgere mich darüber, dass die Katzen mir die Köpfe von den Stecknadeln abgebissen haben (die Dinger sind dann nicht mehr benutzbar, und meine japanischen Stecknadeln sind etwas schwer zu ersetzen) und denke über einen Folgeplot für “Nachtrichter” nach. Das geht schon so weit, dass ich einen Zettel für Ideen neben der Maschine liegen habe. Jedes Mal beim Nähen oder Auftrennen der kilometerlangen Nähte habe ich zündende Ideen für einen zweiten Teil.

Dabei ist das Ganze absolut noch nicht spruchreif. Das Manuskript muss ja erst einmal durch das Lektorat, dann muss das Buch erscheinen und sich gut verkaufen. Vorher muss ich dem Verlag mit einem Folgeauftrag wirklich nicht kommen.

Ich stelle aber wieder fest: Ich denke immer auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Bewusst auf der Einen, unbewusst auf der Anderen. Beim Handarbeiten habe ich Plotideen, beim Schreiben fallen mir tolle Handarbeitssachen ein. Ich bin sehr froh, dass ich bald wieder auf zweigleisige Arbeit umschwenken kann: Vormittags, mit viel Licht zum Sticken und Nachmittags mit viel Ruhe zum Schreiben.

Ein schönes Wochenende noch.

Vom einen Lektorat ins andere Lektorat

“Nachtrichter” machte heute morgen einen kurzen Zwischenstop auf meinem Computer: es kam  aus dem Fachlektorat, und mit eingepflegten Änderungen ging es dann wieder raus zum literarischen Lektorat. Allzu grobe Schnitzer habe ich mir nicht erlaubt, nur eine liebgewonnene Szene musste der nirgends ausgesprochenen offiziellen Setzung weichen. Auch als Ideo-Syn-Craziness war es nicht durchzubringen… Vielleicht kann ich die Stelle ja als “echt inoffizielles” Outtake noch irgendwo unterbringen.

Wie genau das mit Projekt HE aussieht, weiß ich zum Glück nicht. Ich gönne mir jetzt erst einmal Ausruh-Sachen wie noch nicht erledigte Weihnachtsgeschenke (da war dieses dringende HE-Projekt kurz vor Weihnachten und ein paar zeitlich unglückliche Erkrankungen), etwas Spielzeug und Hausaufgaben für die Weber-Ausbildung. Die Gemüsesuppe für heute Abend steht schon auf dem Herd, und sofern mir das Gas nicht ausgeht, habe ich es zum ersten Mal in diesem Jahr geschafft, am Ende des Vormittags eine ordentliche Wohnung zu haben. Vielleicht schaffe ich es sogar, unser Schlüsselbrett aufzuhängen  :-)

Zusätzlich habe ich mir ein schon recht angestaubtes Buch gegönnt: Sol Stein “Über das Schreiben”. Es ist zwar nicht sonderlich alt, aber obwohl ich die Erstausgabe besitze, habe ich es nie geschafft, meine Nase hineinzustecken. Bis zu meinem jetzigen Lektürestand ist das Buch ganz interessant geschrieben, aber es krankt an den üblichen Problemen eines Schreibratgebers: Man liest größtenteils ein Rezeptbuch für das perfekte Buch. Leider bin ich aber wirklich unfähig, mich an vorgegebene Schemata zu halten, sei es ein Backrezept, eine Nähanleitung oder eine Buch-Schreibe-Anweisung. Ich nenne es positiv überschießende Kreativität. Ein paar interessante Hinweise kann man aber trotzdem herausziehen; vor allem das Kapitel über Überarbeitung(en) ist äußerst hilfreich.

Nein, natürlich lese ich nicht konsekutiv von Seite 1 bis 400. Das würde meinen kreativen Prozess stören :P

Wünsche einen guten Rutsch gehabt zu haben

(Projekt HE:  115.707 Anschläge – 79 Normseiten)

Ja, ich war über Weihnachten und Neujahr etwas fleissiger als eigentlich geplant. Projekt HE sollte bald abgabefertig werden, und dann gönne ich mir echte Ferien an der Nähmaschine. Und natürlich etwas Faullenz, das kam die letzten Tage auch zu kurz.

Frohe Weihnachten

(Projekt HE: 62.484 Anschläge – 42 Normseiten)

Ich möchte allen Lesern noch ein schönes Weihnachtsfest wünschen, bis zum Ende der Feiertage werde ich weder für das Internet Zeit haben noch zum Schreiben kommen. Das eigentliche Arbeitsziel für heute waren eigentlich 50 Normseiten, aber da waren ein paar Weihnachtseinkäufe vor. Christbaumkerzen (elektrische, wir haben zwei Katzen) waren nicht mehr aufzutreiben – das haben wir aber erst nach vier Läden eingesehen.

Ein frohes Fest und einen guten Rutsch.

Weihnachtschaos

(Projekt HE: 60.142 Anschläge – 42 Normseiten)

Vor lauter Schreiben und Überarbeiten ist mir ganz entglitten, dass morgen der letzte Tag vor Weihnachten ist. Wir haben bis jetzt noch keinen Baum, und kaum Schmuck, und welche Kerzen? Zugegeben, einen Adventskranz haben wir auch nicht, aber diese kleine Unregelmäßigkeit ist ja eher nebensächlich, der vierte Advent ging vor ein paar Tagen ganz stillschweigend über die Bühne.

Dafür ist bei mir wieder ein schönes Buch eingetrudelt, das für Spezialisten interessant und für Laien unlesbar ist: Eine Abhandlung zu Doppelgeweben in der Handweberei. Selbige-Welche benötige ich für das Sternspuren-Projekt, sofern ich im nächsten Jahr dazu komme, es zu verfolgen. Auch für dieses Projekt habe ich ein richtig altes Grundlagenbuch aufgetrieben: “Sire Jehan Boinebroke, patricien et drapier douaisien” von Georges Espinas. Mein Lieblings-Antagonist hat schließlich ein reales Vorbild, und dieses Werk beschäftigt sich ausführlich mit seiner Biographie. Leider ist das Buch in Deutschland nicht erhältlich. Die Uni-Bibliothek Tübingen listet es zwar, aber ich habe es nicht geschafft, es auszuleihen.

Also baue ich meine Spezialbibliothek Textilgeschichte und Textilherstellung noch etwas weiter aus. Ich brauche bald ein paar neue Regale für meine schönen alten Bücher.

Parken zu Weihnachten

(Projekt HE: 50.014 Anschläge – 34 Normseiten)

Ich habe diese arme Website sträflich vernachlässigt, aber jetzt ist die Software vollständig auf neuestem Stand, und Projekt HE kommt auch langsam in die Pötte. Mir hängt zwar schon der imaginäre Countdown im Nacken, aber zwischen Schwangerschaft und Schwangerschafts-Unpässlichkeiten wie Nierenkoliken war nicht so viel zu machen.

Gestern waren wir in Nürnberg, um den obligatorischen Weihnachtsmarktbesuch abzuleisten. Die Parksituation rund um die Innenstadt ist ja immer etwas gespannt, aber als ehemalige Innenstadtbewohner kennt man ja den ein oder anderen Geheimtipp. Leider standen einige Leute dort, als hätten sie nie gelernt, ein Auto vorwärts in eine Parklücke zu stellen.

Zugegeben, Nürnberger Parklücken sind manchmal sehr kreativ. In der Sterngasse sind die ausgezeichneten Parkstände etwa 10cm breiter als unser Golf, und nicht jeder schafft das Kunststück, da ohne Blechschaden einzuparken. Aber wie ein Autofahrer, auf dessen Nummernschild das stolze “HH” prangt, es schafft, sich über eineinhalb Parklücken am Ordnungsamt auszubreiten, ist mir schleierhaft. Auch ich habe unseren Karren nicht in die Restlücke gebracht – es war physikalisch unmöglich.

Gerade, als wir genervt das Feld räumen wollten, kamen die Besitzer des schepps geparkten Autos und luden ihre Einkäufe ab. Auf unsere höfliche Anfrage, ob sie denn bitte noch einmal neu einparken könnten, kam die uns nicht ganz verständliche Antwort: “Aber der andere steht doch so komisch”.

Neu und gerade in die Parklücke gefahren sind sie dann doch – aber nur mit genervten Blicken auf die komischen Einheimischen, die das verlangten. Wir parkten auch ein, die Gruppe verschwand zum zweiten Ausflug über den Markt.

Wir hatten Zeit und haben uns die Stellplätze mal angesehen. Die Kollegen rechts und links standen perfekt innerhalb der Linien. Wenn ich nicht schon vorher in Hamburg gewesen wäre, würde ich jetzt schildbürgermäßig annehmen, dass die Parklücken in Hamburg eineinhalb Meter breiter als ein normales Auto sind… und in der Innenstadt absolut kein Parkplatznotstand herrscht.

Nachwirkungen des Krieges

(Projekt HE: 25.289 Anschläge – 18 Normseiten)

Heute hatte ich das “Vergnügen”, die Nachwirkungen eines Krieges – besser gesagt, die möglichen Zerstörungen an eroberten Festungsbauten – zu recherchieren. Die Berichte mittelalterlicher Kreuzfahrer und Dokumente über den dreißigjährigen Krieg waren sehr aufschlussreich. Es ist auf eine sehr eigenartige Art und Weise faszinierend, was sich Menschen gegenseitig antun können.

Wobei auch die “Frauen und Kinder”-schonenden Eigenheiten eines im mittelalterlichen Sinne gerecht geführten Krieges sehr interessant sind. Zum Abrunden (und weil ich das Bücherlesen auch nicht lassen konnte) habe ich mir dann noch die japanischen “Rules of Engagement” der Tokugawa-Zeit zu Gemüte geführt und kam wieder zu dem Schluss, dass feudale Gesellschaften sich strukturell gar nicht so sehr unterscheiden, auch wenn sie sich einen gesamten Erdball voneinander getrennt entwickeln.

Maus gefangen; Eilgeschenke

(Projekt HE: 16.442 Anschläge – 12 Normseiten)

Die Maus in meinem Arbeitszimmer verstarb durch Angharads Klauen – sie tat dies schon vor einigen Tagen. Gleichzeitig hat sich Nikolaus mit den ganzen Wichtelgeschenken deutlich bemerkbar gemacht. Ich war die letzten Tage nur noch am Last-Minute-Geschenke basteln. Schlampermäppchen, Täschchen, Topflappen. Das ein oder andere Überbleibsel alter Projekte wurde einfach umgewidmet, und meine Verlegenheits-Geschenkekiste ist mittlerweile leer. Heute Abend ist der ganze Spuk hoffentlich vorbei – die letzte angekündigte Wichtel-Weihnachtsfeier absolvieren wir gleich.

Weihnachten (und das ganze Drumherum) kommt eben doch einfach immer zu plötzlich.

Maus, Maus, Maus, Maus… Katze.

(Projekt HE: 7643 Anschläge – 5 Normseiten)

Gestern kurz nach Mitternacht sprang unsere Katze Alanna waschelnass geregnet auf das Schlafzimmerfensterbrett und wollte rein – sofort. Wir taten ihr den Gefallen: Es goss in Strömen. Was wir nur zu spät mitbekommen haben, war Alannas Nutzlast: Eine kleine, durchaus noch lebendige Maus. Also Gartentür auf, Katze mit Maus in die richtige Richtung scheuchen… Maus entkommt. Katze schaut treuherzig.

Das kleine graue Etwas im Arbeitszimmer witterte kurz, und bevor ich mich auf den Nager stürzen konnte, war die Maus unter die Heizung gehuscht und verschwunden. Auch noch so intensives Suchen blieb ergebnislos.

Gegenwärtig belauern Alanna und Angharad einen der Bücherschränke. Nachdem die Schwestern selten zusammenarbeiten, denke ich mal, dass das Extra-Spielzeug im Haus die alles überdeckende Attraktion ist. Wenn die Maus bis morgen nicht verschwunden ist, müssen wir wohl in eine Mäusefalle investieren.