In Arbeit

Project: Kamakura
2% done.
Project: Gjosei
1% done.

Maus, Maus, Maus, Maus… Katze.

(Projekt HE: 7643 Anschläge – 5 Normseiten)

Gestern kurz nach Mitternacht sprang unsere Katze Alanna waschelnass geregnet auf das Schlafzimmerfensterbrett und wollte rein – sofort. Wir taten ihr den Gefallen: Es goss in Strömen. Was wir nur zu spät mitbekommen haben, war Alannas Nutzlast: Eine kleine, durchaus noch lebendige Maus. Also Gartentür auf, Katze mit Maus in die richtige Richtung scheuchen… Maus entkommt. Katze schaut treuherzig.

Das kleine graue Etwas im Arbeitszimmer witterte kurz, und bevor ich mich auf den Nager stürzen konnte, war die Maus unter die Heizung gehuscht und verschwunden. Auch noch so intensives Suchen blieb ergebnislos.

Gegenwärtig belauern Alanna und Angharad einen der Bücherschränke. Nachdem die Schwestern selten zusammenarbeiten, denke ich mal, dass das Extra-Spielzeug im Haus die alles überdeckende Attraktion ist. Wenn die Maus bis morgen nicht verschwunden ist, müssen wir wohl in eine Mäusefalle investieren.

Depression

(Projekt NR: Abgeschlossen und abgegeben. Projekt HE: Planungsphase)

Aus gegebenem Anlass – der Selbstmord eines gewissen Torhüters – möchte ich  einen Stimmungstext zur Depression zum Besten geben. Diese Krankheit wird von den meisten Menschen nicht verstanden und gerne mit dem berühmten “dann reiß dich doch endlich zusammen und mach’ was aus dir” kommentiert. Das wird weder der Krankheit noch den Kranken gerecht.

Es ist einfacher, sich über andere Probleme zu äußern. “Ich hatte in der Vergangenheit einen komplexen Beinbruch, der mir noch nach einem Jahr Ärger gemacht hat” wird viel eher aktzeptiert als die Aussage “ich hatte eine schwere Depression.” Ersteres ist auch kein Hindernis bei einem neuen Arbeitgeber, letzteres kostet dem Bewerber höchstwahrscheinlich jede Chance auf den Job. Insofern ist Schweigen – das einem Depressionspatienten sowieso näher liegt als Reden – echtes Gold: Kein öffentliches Stigma, keine im Voraus vertanen Chancen.

Gleichzeitig ist das natürlich nicht hilfreich: Wer etwas weiß, schweigt. Wer nichts weiß – pflegt unerkannte Vorurteile. Fangen wir also mit dem Outing an: Ich bin schilddrüsenkrank. Mein Immunsystem frisst meine Schilddrüse, jeden Tag ein bisschen mehr. Damit kann die Schilddrüse nicht genug Hormone produzieren. Deshalb bin ich lebenslänglich auf Medikamente angewiesen: Ich muss die Hormone, die die Schilddrüse nicht mehr herstellt, als Tablette zu mir nehmen.

Na also, das Gebrechen ist raus. War doch gar nicht so schlimm.

Was nicht so viele Leute wissen: Schilddrüsenfehlfunktionen gehen nicht nur mit Haarausfall und Schlappheit einher. Zu ihren Symptomen gehören auch Schlaflosigkeit oder Schlafsucht, verminderte geistige Leistungsfähigkeit und – Trommelwirbel – die Depression.

Da haben wir das Wort. Depression. Bevor mein Schilddrüsenproblem erkannt wurde, hatte ich auch diese Krankheit. Latent seit meinem achten Lebensjahr, akut für vier lange Jahre in der näheren Vergangenheit. Die Ausprägung, die mir die Ärzte bescheinigten, war “schwer”.

Schwer bedeutet unter anderem, dass der Patient durch die Krankheit allen Lebensmut verloren hat. Ich konnte nicht in die Küche gehen. Dort lagen die Küchenmesser. Sie sahen mich sehr einladend an. Ein Schnitt hier, ein Schnitt da, und ich wäre für meine Lieben keine Belastung mehr. Es wäre alles ganz schnell vorbei.

Oder Brücken. Wir hatten einen Wehr vor dem Haus. Ich bin Rettungsschwimmer. Wenn ich in einen solchen Wehr springe, dann kann ich es auch so einrichten, dass ich kaum noch lebendig aus der Gefahr entkomme. Die Versuchung war groß. Anstatt zu springen, rannte ich zum Arzt. Das ist wohl der einzige Grund, weshalb ich noch lebe.

Ich erhielt starke Antidepressiva. Die Nebenwirkungen waren übel, aber die Selbstmordgedanken machten sich mit steigender Dosis rarer. Nach und nach eroberte ich mir Selbstverständlichkeiten zurück: Sprechen. Laufen. Schreiben. Mit Menschen zu kommunizieren. Handarbeiten. Es dauerte Jahre, bis ich wieder “ich” war.

Wirklich “geheilt” wurde ich aber erst, als ich Schilddrüsenhormone erhielt. Aber die Depression hat Spuren hinterlassen. Ich kann über die Krankheit reden, aber es ist schwierig, für die wortlose Verzweiflung der Depression Worte zu finden. Ein Bericht über die Depression verlangt mehr von mir als zehn Romanseiten.

Wie fühlt es sich also an, mit einer Depression?

Du bist bei Freunden zu Gast. Dein Freund stellt dir ein Glas und eine Flasche mit Wasser hin und sagt, “nimm dir, was du magst.”

Du bist durstig. Du möchtest das Wasser trinken. Es ist ganz einfach: Du streckst die Hand aus, nimmst die Flasche, schraubst den Deckel ab, gießt ein, drehst die Kappe auf, stellst die Flasche zurück, lässt los und nimmst das Glas, um daraus zu trinken. Dies ist dein erster Gedanke. Aber zwischen jeden dieser kleinen Schritte entfalten sich noch weitere Schritte, die du unternehmen müsstest, um an dieses Wasser zu kommen. Du erkennst, wie viel schief gehen könnte, welche Details du beachten musst. Nachund nach erstreckt sich ein unendlicher Hindernisparcours vor dir, und das ist nur die Anstrengung, das Wasser in das Glas zu bringen. Danach liegt noch das Trinken, bestehend aus dem Fassen des Glases, dem Hochheben, dem Nicht-Verschütten…

Du kannst nicht mehr. Es ist dir alles zuviel. Zwischen deinem Durst und dem Wasser liegt eine unüberwindliche Schlucht, ein weites, unüberwindbares Meer. Du schämst dich deiner Schwäche, und dir entwischt eine Träne. Und über diesen Mangel an Selbstbeherrschung verachtest du dich noch mehr, denn welcher Mensch weint schon über einen Schluck Wasser?

Irgendwann kommt dein Freund zurück. Du sitzt erstarrt vor dem leeren Wasserglas. Er gießt sich sein eigenes Glas ein und trinkt. Er fragt, “wie geht es Dir?”

Du fühlst dich entsetzlich. Aber deine Furcht davor, deinen Freund zu belasten, verhindert, dass du dich äußerst. Er hat genug eigene Probleme, du musst ihm deine nicht auch noch aufbürden. Du hältst deine übliche Maske eines ruhigen Gesichts aufrecht, lächelst und sagst, “gut natürlich. Wie sonst?”

Das ist Depression. Ein zweiminütiger Ausflug in die Hölle, die Depressionskranke jahrelang durchleben. Depression ist eine schwere Krankheit, die zum Tode führen kann. Rund 90% aller Selbstmorde sind Folgen der Depression oder einer verwandten Erkrankung.

Ich hatte Glück. Die Depression war nur ein Symptom meiner eigentlichen Krankheit, und seit die Schilddrüse behandelt wird, geht es mir wieder gut. Andere Betroffene haben diesen “billigen” Ausweg nicht – sie müssen ihr ganzes Leben mit der Krankheit verbringen, und ihre einzige Chance besteht darin, ein besser wirkendes Antidepressivum zu bekommen. Ein Medikament, das neben seiner Hauptwirkung eben nicht zwei Kilometer Nebenwirkungen aufweist.

Mit Faullenzen, sekundärem Krankheitsgewinn und mangelnder Selbstbeherrschung hat das nichts zu tun.

Möbelhäuser: Mehr Ratschtratsch als Einkauf

(Projekt NR: 503.399 Anschläge – 325 Normseiten)

Dieses Wochenende haben wir ein schwedisches Möbelhaus heimgesucht, um unser Platzproblem im Bad etwas besser unter Kontrolle zu bringen. Ausbeute des Ausflugs waren drei Bastelsätze (aka. Möbel zum selbst zusammenbauen) und ganz viel nützlicher Krimskrams.

Zu der halben Stunde Möbelhaus-”Marathon” – wir haben schon etwas Erfahrung mit unserer örtlichen Einrichtung und konnten deshalb gut abkürzen – gesellte sich dann der obligatorische Hinterher-Hotdog und ein Schwätzchen. Nicht nur wir waren an dem Tag beim Schweden. Der halbe Ort war dort versammelt, und so erweiterten wir unseren 30-Minuten-Einkauf um rund eineinhalb Stunden Tratsch. Wo treffen wir uns am Wochenende? Beim Schweden ;-)

Nur das, was ich *wirklich* haben wollte – 12 Meter Stoff einer bestimmten Farbe mit einem bestimmten Design – das war nicht erhältlich. Also müssen unsere neuen Vorhänge noch etwas warten.

Dienstagsbilder

(Projekt NR: 486.274 Anschläge – 314 Normseiten)

Die Bilder vom Dienstag gibt es am Donnerstag. In Zeiten der Papierfotographie war das eine wirklich flotte Entwicklung, vor allem in Farbe. Da ich aber eigentlich eine Digicam habe, ist es irgendwie eine Nachlässigkeit, die Speicherkarte nicht regelmäßig zu leeren – so ändern sich Erwartungen.

Allerdings sollten die Leser dieses Blogs schon an Textwüsten ohne Bildauflockerung gewohnt sein, also unterbreche ich die öde Normalität für ein “schaut mal her, das mach’ ich auch” – Foto vom letzten Dienstag. Es stellt sozusagen den Grund dar, weshalb ich am Dienstag glorreiche 245 Anschläge geschrieben habe: Mein Wintermantel möchte auch irgendwann mal fertig werden, und wer sich nicht dransetzt, kann auch nicht mit Fortschritten prahlen. Ich präsentiere also stolz die Früchte von etwa 6 Stunden Stickarbeit am Saum eines Radmantels-im-Bausatz.

Wenn ich wie gewohnt arbeite, wird er nächsten Mai fertig – aber das ist schon mal besser als andere Termine, die noch später im neuen Jahrzehnt liegen. Spätestens 2012 ist das aber sowieso alles eine akademische Frage, da in dem Jahr der nächste große Weltuntergang ansteht: Der des Maja-Kalenders. Dass die Maja ein Ende ihres großen Zyklus nie mit einem Weltuntergang gleichgesetzt haben, ist für die moderne Mythenbildung ja irrelevant. Ein “Jahrtausend” geht zu Ende, also ist auch das Ende der Welt.

In Erwartung von Ragnarök kleide ich mich dann in meinen niegelnagelneuen Wintermantel und schaue den Sternen beim Fallen zu. Es wird sicherlich ein Erlebnis – beim Meteoritenschauer im August.

Radmantel-Stickerei in Arbeit

Radmantel-Stickerei in Arbeit

Wenn’s fertig ist, stellt das Ganze eine Spätherbst/Frühwinterlandschaft im Nebel dar. Ungefähr so wie auf der A6 durch den Bayrischen Wald ;-)

Herbststürme

(Projekt NR: 476.253 Anschläge – 308 Normseiten)

Langsam wird’s mit dem Roman. Endschlacht folgt ;-)

Hier regnet es gerade waagerecht, und mit genug Böen, dass auch die Birke ordentlich mitging. Entsprechend fiel mein Nachmittagsspaziergang etwas ins Wasser. Ich habe die Nase vor die Tür gestreckt, und musste dann erst einmal meine Brille sauberputzen.

Keine Stunde später konnte der Himmel kein Wässerchen mehr trüben – und noch etwas später etablierte sich ein langatmiger Dauerregen. Bei solch tollen Wetteraussichten musste es einfach viel neuen Text geben. Mieses Wetter macht kreativ ;-)

Noch ein grauer Herbsttag

(Projekt NR: 467.606 Anschläge – 303 Normseiten)

Heute regnete es Bindfäden, Katzen, Hunde und Mäuse. Unsere zwei Stubentieger haben trotz des entsetzlichen Wetters guten Jagderfolg zu vermelden und dezimierten die Mäusepopulation um ein Alt- und ein Jungtier. Beide fanden ein passendes Grab im Restmüll.

Die Mäuse, nicht die Katzen, versteht sich. Die Katzen wurden entsprechend gelobt und mussten sich vor Betreten der Wohnung abtrocknen lassen. Das fanden Angharad und Alanna nicht ganz so witzig.

Projekt NR geht voran.

Halloween

(Projekt NR: 457.154 Anschläge – 296 Normseiten)

Am Abend vor Allerheiligen habe ich noch etwas für den kommenden Dienstag vorgearbeitet. Dienstag wird ein Handarbeitstag, an dem ich wahrscheinlich nicht zum Schreiben komme. Dafür gibt es dann eben ein paar weiter bearbeitete Bastelprojekte, das muss auch mal sein ;-)

Grauer Herbsttag – wunderschön

(Projekt NR: 452.886 Anschläge – 294 Normseiten)

Das Wetter ist mies, der Himmel ist grau, es stürmt ab und zu eine Böe durch den Garten, und ich werde kreativ. Man leite von dieser Beobachtung ab, was man möchte.

Das Mindestsoll von Projekt NR habe ich heute erfüllt, die Geschichte wird noch etwas länger laufen, aber wenn’s gut läuft, sollte man bekanntlich aufhören und am nächsten Tag weitermachen.

Also nehme ich jetzt meinen Tischwebstuhl und kümmere mich darum, dass es noch vor Weihnachten ein paar Saunatücher zum drauflegen gibt.

Schlapper Tag

(Projekt NR: 440.534 Anschläge – 285 Normseiten)

Hier was gekürzt, da was ersetzt, und trotz vielen neuen Anschlägen und Wörtern habe ich nicht wirklich etwas “dazugewonnen”. Drei Schritte vorwärts, zwei zurück. Bis morgen.

Magerer Tag

(Projekt NR: 435.296 Anschläge – 283 Normseiten)

Ein magerer Tag. Morgen geht es hoffentlich wieder besser.