| Der Tagrichter ist aus dem Lektorat zurück,und ich kranke mal wieder daran,dass ich Word in allen Varianten einfach nicht mag –es als Programm aber doch der Quasi-Standard ist. Mein heißgeliebtes Papyrus streckt bei docx die Waffen,und meine üblichen Konvertierungstools scheitern an irgendwelchen Neuerungen im Format. Dafür hatte das Lektorat erstaunlich wenig am Roman anzumerken. Entweder bin ich also ein Genie und schreibe bis auf ein paar Satzumstellungen und durch Umdenken entstandene Grammatikfehler super-hyper-duper toll,oder am Manuskript ist nichts zu retten. Wir werden sehen Ich werde dem Manuskript noch eine weitere Szene spendieren und es noch einmal ganz durchlesen,dann geht es zurück an den Verlag und einen Schritt näher an die Veröffentlichung. Der Tagrichter wird voraussichtlich nicht wie von Amazon behauptet im August,sondern erst im Oktober erscheinen. Projekt Sengoku wird demnächst an einen echten Arbeitstitel kommen und zum Hauptinhalt meiner schriftstellerischen Arbeit aufsteigen. Zumindest werde ich das Projekt ordentlich vorantreiben,wenn die Wände frisch gestrichen,die Fußböden begehbar und das Kind im Kindergarten sind. Gegenwärtig biwakieren wir (mit Mann,Maus,Katze und Kind) im Wohnzimmer und reißen im Schlafzimmer die ausgedienten Teppiche hoch. Auch so kann man Fronleichnahm verbringen. Zusätzlich arbeite ich noch an ein paar Exposes,damit mir im nächsten Sommer die Arbeit nicht ausgeht. Schriftstellerische Tätigkeit ist eigenartig zeitverschoben. Man entwirft Projekte,die etwa ein Jahr später spruchreif werden und noch ein Jahr später beim Leser ankommen. Zu dem Zeitpunkt ist man aber schon wieder mit ganz anderen Sachen beschäftigt und hat keine Ahnung mehr,wie das ursprüngliche Konzept aussah. Der Tagrichter war gegen Ende rund hunderttausend Zeichen zu lang,und deshalb mussten viele Details dran glauben. Aber ich habe diesmal die “cut scenes”aufgehoben. Outtakes kann man es sicher auch nennen. Sollten sie noch zur gedruckten Version passen,poste ich sie vielleicht hier im Blog. Die Szenenliste gibt es schon mal 
Der Tagrichter ist soweit fertig und wird jetzt noch einmal ordentlich durchgemangelt. Als Schmankerl (und Suchmaschinenfalle ) habe ich schon mal einen Textauszug:Die DSA-Worte,die mein Textprogramm nicht kannte und deshalb im Sonderwörterbuch “DSA-Tagrichter”gelandet sind: Adara Adaras Aetherica Ahmedsson Alchemikum allaventurischen Alrik Alrike Alriks Armatrutz Astralstuktur Auraleth Aureolus aventurischen Bächerle Barent Björnesson Borbaradkrieges Borbarads Bosparanienbaum dämonenaustreibendes Deres Eilenwid-über-den-Wassern Elenvina Elenvinas elenviner Elwene Fasar Fasars Firun Gareth Geweihtenschaft Gilborn Grauling Hemger Herzogenplatz Hesinde Hiram Horriphobus Ingrima Isida Vielleicht kann der geneigte Leser da schon etwas herausziehen? Die Türme von Taladur –in diesem Blog läuft mein Anteil am Projekt noch unter dem Arbeitstitel “Sengoku”–sind eine großangelegte Romanreihe zum Rollenspielsystem “Das Schwarze Auge”,kurz DSA. Mit dieser Romanreihe,die sich nicht nur in der wirklichen Welt über mehrere Monate erstreckt,stellt sich uns als Autorengruppe ein größeres Problem:Taladur als Stadt ist jenseits von “da leben zerstrittene Familien in hohen Türmen”in offiziellen Publikationen wenig beschrieben,befindet sich aber in einem Teil Aventuriens,der regelmäßig mit Abenteuern “in die Zukunft”gebracht wird. Dadurch kann es passieren,dass ein wichtiges offizielles Ereignis wie zum Beispiel die Geburt eines Thronerben,das logischerweise mit wochenlangen Festen begangen wird,die eigentlich trüb-grimmige Stimmung des Romans empfindlich stört. Oder der per Kurier anberaunte Volkstrauertag zerschlägt die geplante fröhliche Festgesellschaft. Das kann einen Autoren schon stark behindern. Um also sowohl auf Rollenspiel- als auch auf Romanebene freiere Hand zu haben,sind wir Autoren nach langer Diskussion übereingekommen,die Türme von Taladur in die gute alte Zeit zu versetzen:Damals,als Reto noch lebte. Als die Welt noch in Ordnung war. Als man wusste:Der Namenlose ist der Böse,Dämonen eine dienstbare Kraft,Borbarad ein ausgezeichneter Rektor der Akademie von Fasar und Rohal der größte Herrscher aller Zeiten. Die Türme von Taladur spielen also nach Retos Maraskan-Abenteuer um 990 nach Bosparans Fall. Auf diesem beinahe vollständig weißen Flecken der aventurischen Zeit- und Ortskarte haben wir Autoren viele Möglichkeiten,uns auszutoben,ohne mit offiziellen Setzungen zu kollidieren. Wir können den Rat mit eigenen Charakteren besetzen und die Stadt darstellen,wie es für uns und die Dramaturgie notwendig ist. Nicht zuletzt sind wir nicht gezwungen,irgendeinen Charakter auf Gedeih und Verderb am Leben zu lassen,nur weil er im offiziellen Abenteuer #42 (Das Leben,das Universum und der ganze Rest) unbedingt gebraucht wird. Und das ist natürlich das Beste:Da wir einen Großteil unserer Charaktere selbst bestellen können,hilft kein irgendwie geartetes “Zukunftswissen”dem Leser,aus dem Spannungsbogen zu entkommen. Nachdem die Frage jetzt schon mehrfach aufkam:Ich benenne alle Projekte mit noch nicht vom Verlag festgenageltem Arbeitstitel nach irgendetwas passendem Japanischen. Zum Beispiel war der in Elenvina spielende “Tagrichter”(erscheint voraussichtlich im August) lange Zeit “Projekt Kamakura”–abgeleitet davon,dass Elenvina eine alte Hauptstadt mit vielen wichtigen Religiösen Einrichtungen ist. Dito das japanische Kamakura,das vor langer Zeit einmal die Hauptstadt Japans war und ein paar sehr wichtige Shinto-Schreine und buddhistische Tempel beherbergt. Das Projekt Sengoku dagegen hat –wie der Name schon sagt –etwas mit den “Tausend Fürstentümern”oder auch der “Zeit der Streitenden Reiche”zu tun. Die echten Japan-Fans muss ich leider enttäuschen:Es handelt sich wieder um einen Roman zum Rollenspiel “Das Schwarze Auge”,und zwar um einen Titel in der neuen Romanreihe,die Bernard Craw plant. Vom Namen her kann man vielleicht ein bisschen etwas über das neue DSA-Romanprojekt in Almada herausfinden,wenn man den tieferen Sinn hinter dem Interrimstitel überträgt. Aktuell arbeite ich mit Hochdruck am Tagrichter. Sobald der vom Tisch ist,geht die Arbeit an Projekt Sengoku weiter. Projekt Gjousei (oder Gjosei mit langem o,ich bin in der Schreibweise da leider nicht eindeutig) hat dagegen überhaupt keinen Rollenspielbezug,aber leider auch noch keinen Verlag. Dieser Roman spielt,wenn ich ihn schreibe,in Mitteleuropa,Afrika und der Levante. Ich würde gerne auch etwas Japanisches schreiben,aber das Setting ist gegenwärtig schwer zu verkaufen. Die Tohoku-Erdbeben und die Atomkatastrophe in Fukushima haben den Verlagen das Thema wohl etwas vergällt. Da gehen nur Dystopien,und die Struktur solcher Romane geht mir gegenwärtig schwer von der Hand. Ich habe zu viele Bekannte im Unglücksgebiet. P.S.:Wer Bilder zu Japan sucht,könnte auf dieser Seite fündig werden. Ich poste dort die schönsten Fotos von zwei langen Japanaufenthalten. Wo die Zeit wohl bleibt? Heute ist schon wieder eine Woche rum,die DSA-Reche gehören nun Ulysses und ich renne wegen lauter Kleinigkeiten ganz vielen Menschen hinterher. Aber wenigstens ist morgen Montag,dann kann ich ein paar meiner Endloslisten einkürzen Der Tagrichter hat seine ersten Probeleser hinter sich gebracht,und ich arbeite die Änderungsliste gerade in den Text ein. Ein paar Nebencharaktere mussten umbenannt werden,ein paar weitere Charaktere wurden auf magische Weise zu ein und derselben Person verschmolzen und an ein paar Stellen durfte meine Hauptperson jetzt doch etwas anders reagieren als geplant. Es ist schon doof,wenn dem Charakter plötzlich Lösungswege einfallen,die nicht im Plan stehen und viel logischer sind als Plan A. Einen Witz werde ich wohl nicht mehr unterbringen,also kann ich ihn auch hier posten:Du musst Rahja opfern,um von Tsa gesegnet zu werden Jetzt bin ich wieder im Lande. Die Umbauten an unserem ehemaligen Domizil schreiten voran,und in ein paar Wochen können wir hoffentlich auch unsere neue Wohnung renovieren und bezugsfertig machen. Ein Ausflug in ein “echtes”Küchenstudio war einzigartig ernüchternd –unsere geplante Küche ist bei einem anderen Hersteller (zugegeben mit A+++ Siemens-Geräten) super-hyper-duper-teuer,und der Berater meinte,um den Preis in realistischere Tiefen zu drücken,sollte ich doch auf zwei Unterschränke und zwei Oberschränke verzichten. Urgs. Ich brauche den Platz,ich werde im neuen Domizil mehrere Kinder und keine Abstellkammern mehr haben. Also bleiben wir beim ersten Hersteller,und wenn uns in zehn Jahren der Hafer sticht und wir noch ein paar zehntausend Euro mehr zum Ausgeben haben (also nach noch ein paar Romanen),dann können wir da das Modell mit Goldrand besorgen,das uns das Küchenstudio angeboten hat. Einen Tag zuvor habe ich meine Handweberausbildung abgeschlossen. Durch diverse Terminprobleme habe ich zwar weder Zwischen- noch Gesellenprüfung abgelegt (das kommt dann eben im September diesesn und nächsten Jahres),aber ich bin prüfungsfähig und habe alle notwendigen Zwischendurch-Qualifikationen abgehakt. Berufsabschluss,ich komme Und der Tagrichter? Er wird und wird. Heute habe ich noch in Vorbereitung auf das Finale die phexischen Neigungen eines Nebencharakters ausgebaut,einer Wirtin eine Magd zugeschanzt und meinen Haupthandlungsträger KO geschlagen. Protagonisten brauchen schließlich einen Gratz auf ihre Antagonisten,sonst wird das nichts. Bei einer Diskussion heute Vormittag habe ich mal schnell die Archetypen für meine Hauptcharaktere im Tagrichter zusammengestellt. Wie immer nach Vorlage des Vampire –The Masquerade –Regelwerks. Die Vampire-Regeln sind ausgezeichnet für schnelle Charakterskizzen in jedem System. A) Natur (also innerstes Wesen,die allem unterliegende Motivation):Realistischer Weltverbesserer. Verhalten (also das öffentliche Auftreten):(Leib-) Wächter,teilweise auch Lehrer. B) Natur:anfangs Sinnsucher,später Prinzipientreuer Schelm. Verhalten:Perfektionist C) Natur:Mutter,Verhalten:Organisator D) Natur:Survivor. Das deutsche Wort dafür wäre “Überlebender”,aber das impliziert passivität. Ein Survivor setzt alles daran,aus einer üblen Situation herauszukommen,ist also nicht passiv. Verhalten:Diplomat E) Natur:Fanatiker. Verhalten:Richter F) Natur:Richter. Verhalten:Priester Wir haben dafür zu vergeben:Ein paar Charaktere aus dem Nachtrichter,und ein paar neue Charaktere aus dem Tagrichter. Nicht alle davon dienen Phex Wünsche ich schon mal im Vorraus allen Lesern. Traditionellerweise komme ich an den Feiertagen zu nichts,also nehme ich mir auch keine großen Dinge vor. Der Tagrichter geht gut voran,auch wenn der Ticker spinnt –oder ich habe bei den Ursprungseinstellungen im Quellcode zu intensiv herumgepfuscht. Egal,wie es zustandekommt,ich habe gegenwärtig nicht die Muße,etwas daran zu ändern. Zusätzlich merke ich gerade,dass ich mich wirklich nicht für Foren-Diskussionen zu Rollenspielen eigne. Irgendwas läuft da immer aus dem Ruder –vielleicht sollte ich einfach Anfragen nicht so nehmen,wie sie dastehen,wenn ich meinen Senf dazugebe. Ich kollidiere regelmäßig mit den ungeschriebenen Regeln des kanonischen Rollenspiels. Aber abseits von solchen Dingen wünsche ich allen ein paar schöne Feiertage,wie auch immer sie aussehen mögen. Wir zocken Shadowrun | |