Category Archive: Baumwollbaum

Gossypium Arboreum nach sechs Monaten

Mein Gossypium Arboreum hat etwas unter der Kälte die letzten Tage gelitten, und meine arme Kamera ist immer noch kaputt. Das Leihgerät macht zwar Bilder, aber gut zu bearbeiten sind sie leider nicht. Entsprechend hat die Tagesaufnahme ein paar Schwächen, aber das Baum-Baumwollbäumchen ist schon ganz schön gross geworden.

Vor sechs Monaten ein Samenkorn, heute ein Zentimeter Stammdurchmesser.

Gossypium Arboreum, 6 Monate alt, aus Samen gezogen.

Die anderen Bäumchen sind nicht ganz so groß – die drei Wochen Vorsprung, die mein Vorzeigeexemplar hat, müssen sich ja irgendwo zeigen. Die gesamten tropischen und subtropischen Pflanzen stehen jetzt auf der Innenseite der Fensterscheibe. Draußen ist es eindeutig zu kalt geworden. Sobald ich die Flurfenster freigeräumt habe, kommen sie ins Winterquartier. Für meine beinahe-frostharten Kalthauspflanzen, die Temperaturen unter 15°C, aber über 0°C benötigen, muss ich mir noch etwas schlaues einfallen lassen. Die Garage wird zu kalt, der Balkon erst recht.

 

Nützlinge – man muss sie einfach lieben

Dieses Frühjahr begann feucht, führte sein Leben nass weiter und beendete es mit feuchtwarmen Regenschauern – zumindest in der nürnberger Tiefebene.

In solchem Wetter fühlen sich die üblichen Verdächtigen unter den Insekten – Hummeln, Bienen, Florfliegen, Marienkäfer und wie sie alle heißen – nicht allzu wohl. Aber es gibt eine unbeugsame Insektenart, die diese Witterungsbedingungen einfach nur liebt: die Blattlaus. Ob grün, gelblich oder dunkelblau-schwarz, die Blattläuse lieben es kühl und nass. Da ich jedes Jahr zum Insektenfüttern eine “Blattlausfarm” aus Ringelblumen und Kapuzinerkresse anlege, habe ich eine gesunde Blattlauspopulation im Garten. Nur gab es dieses Jahr keine Insekten, die diese Blattläuse fressen wollten.

Also hatte ich so viele Blattläuse an den Paprika, dass sie nicht mehr wachsen konnten. Die Schneekirsche trieb nicht aus, weil die Blattläuse allen Saft aus den Knospen heraussaugten. Meine Baumwollpflänzchen, mühevoll hochgepäppelt, kümmerten aus Blattlaus vor sich hin …

Zuerst habe ich die Viecher abgestreift. Das half nicht viel, weil die Knospen zu klein für meine dicken Finger waren. Der Kollateralschaden an Austriebsknospen war einfach zu hoch. Dann griff ich zu Spüli, und als das nichts half, zu Kaliseife.

Irgendwann kam mir der Gedanke, dass ich mich in einer wetterbedingten Rüstungsspirale mit den Blattläusen befand. Und dass das reichlich doof war. Wenn ich weder Marienkäfer noch Florfliegen im Garten hatte … ich schiebe das mal auf den harten Winter und den miesen Frühling, da bei mir nichts Härteres als Kalilauge gegen Insekten eingesetzt wird … dann musste ich mir einfach welche besorgen.

Mein Blattlausproblem erstreckte sich mittlerweile auch auf die Küchenkräuter, die Hornveilchen im Balkonkasten, die Ahörner und sogar den Borretsch und die Moschusmalven. Alles was noch halbwegs Grün aufweisen konnte, war blattlausbefallen und klebrig und voller Blattlauseier. So richtig Bah. :)

Aber nachdem ich rund 500 Florfliegenlarven und 50 Marienkäferlarven von unseren Naturschützern gekauft und ausgewildert hatte, war nach fünf Tagen der Spuk vorbei. Heute, acht Tage nach dem Aussetzen der Nützlinge, habe ich mir die Zeit genommen, meinen Balkongarten zu “beregnen” und den ganzen Blattlauspapp abzuwaschen. Den Pflanzen geht es prächtig, und sie treiben auch wieder gut aus. Und die Paprikas bilden erste Früchte. Die werden vielleicht noch etwas.

Nur um die Nützlingslarven mache ich mir jetzt Sorgen: Wenn die in acht Tagen alles an Blattlaus weggefressen haben … gibt es dann jetzt noch genug Blattläuse, um die nächste(n) Generation(en) zu versorgen? Ich hätte ja gerne auch eine stabile Nützlingspopulation.

Gossypium Arboreum

Da sind wir wieder. Mein erster Baumwollbaum ist mittleweile ganz schön groß geworden. Da ich ihn recht früh “ausgewildert” habe, musste er leider einiges mitmachen: Wind, tiefe Temperaturen und viel zu viele Blattläuse. Aber er macht sich und produziert fleissig Blätter. Die verkrüppelten Blättchen gehen auf das Konto der Blattläuse. Das nasskalte Wetter von März bis April war perfekt für die Sauger.

gossypium_arboreum_2013

Den fünf jüngeren Geschwistern des Bäumleins geht es gut. Die baden gerade im Regen.

Bilder von den Baumwoll-Sämlingen

Gossypium Arboreum als Samen, einen Tag alter Keimling mit noch zusammengefalteten Keimblättern, vier Tage alt und noch einmal mit zwei Wochen. Ich habe den Verdacht, dass der Baumwollbaum am Anfang seines Lebens sehr viel Wurzelwachstum aufweist. Bei den Blättern ist er zumindest recht lahm.

Gossypium Arboreum 1. Tag. Bleistiftzeichnung.

Gossypium Arboreum 1. Tag

Gossypium Arboreum 4. Tag. Bleistiftzeichnung

Gossypium Arboreum 4. Tag

Gossypium Arboreum. 2 Wochen nach Keimung. Zwei Keimblätter sind voll entfaltet, das erste echte Blatt wird ausgeprägt. Foto.

Gossypium Arboreum. 2 Wochen

 

Keimverhalten Gossypium Arboreum

Etwa drei Wochen nach der Aussat in Quelltöpfe haben drei der zehn Anfang dies Monats ausgesäten Gossypium Arboreum Samen ausgetrieben. Dabei ist der Baumwollbaum ganz schön hinterhältig. Zuerst versenkt er seine Keimwurzel  unauffällig im Substrat. Erst zwei Tage, nachdem die Wurzel ausgetrieben und ihr Wachstum begonnen hat, zeigt sich der eingefaltete oberirdische Teil der Pflanze. Drei bis vier Tage nach der Öffnung der Samenhülle richtet sich der Keimling auf und präsentiert zwei etwa Daumennagelgroße Keimblätter. Diese wachsen schnell weiter, bis sie die Länge des mittleren Daumenglieds erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt ragt mindestens schon die Keimwurzel (die spätere Pfahlwurzel) unten aus den Quelltöpfen heraus.

Gossypium Arboreum treibt aus

Den einen Tag war da nur ein Samenkorn, am zweiten Tag schwebten zwei daumennagelgroße Keimblätter über dem Anzuchtopf. Rund zwölf Tage nach der Aussaht hat der erste Keimling sein Haupt erhoben. Gleichzeitig schob sich auch schon die Keimwurzel  unten aus dem Töpfchen heraus. Letztere habe ich im Sinne der Bonsaikultur gekappt. Sämlinge, die zum Bonsai erzogen werden sollen, verlieren schon im Keimlingsalter die für Bäume charakteristische Pfahlwurzel.

Raritätensamen

Letzte Woche sind ein paar Raritätensamen bei mir eingetrudelt:

Gossypium Arboreum: Die Baum-Baumwolle. Oder auch Baumwollbaum genannt. Im Gegensatz zu den Baumwollarten, die im professionellen Anbau ihren Einsatz finden, ist Gossypium Arboreum mehrjährig. Die Quellen sind sich nicht ganz einig, ob es sich um einen hohen verholzenden Strauch oder einen kleinen Baum handelt. Zugegeben, das ist Ansichtssache. Ich hoffe, dass sich aus den zehn Samen auch wirklich Gossypium Arboreum entwickelt und nicht irgendeine einjährige Baumwollart mit ähnlich aussehenden Samen.

Morus Rubra: Der kanadisch-amerikanische Rote Maulbeerbaum. Die Maulbeere ist der Baum, an dem die Raupen des Maulbeerspinners sich gütlich tun. Der Maulbeerspinner ist ein Schmetterling, und sein wichtigstes Produkt für die Menschheit ist die Seide, mit der die Puppen dieser Art sich zwischen Raupe und Schmetterling schützen. Nur, dass in diesem Fall der Schutz wohl nach hinten losging …

Auf jeden Fall gibt es vom Maulbeerbaum drei Arten: Rote Maulbeere (diese ist in Nordamerika heimisch), Weiße und Schwarze Maulbeere (diese wachsen in Asien und füttern Seidenraupen). Morus Rubra zum Keimen zu bewegen ist etwas schwierig, aber leider ist in meiner Umgebung kein Maulbeerbaum zu haben, bei dem ich kurz einen Steckling oder auch nur ein paar Früchte abstauben könnte. Also gilt auch hier wieder: Ich hoffe, dass mein Lieferant mir auch befruchtete Samen guter Qualität besorgt hat.

Und zu diesen textil interessanten Bäumen und Sträuchern habe ich mir noch etwas hübsches organisiert: Hibiscus Ferrugineus, ein Haus-Eibisch, der keinen deutschen Namen besitzt. Dieser Baumstrauch stammt aus Madagaska und besitzt hübsche, drei Zentimeter große rote Blüten.

Ich bin sehr gespannt, wie viele Samen ich zur Keimung bringen kann … und welche Pflanzen aus ihnen wachsen.