Category Archive: Gärtnerei

Bilder von den Baumwoll-Sämlingen

Gossypium Arboreum als Samen, einen Tag alter Keimling mit noch zusammengefalteten Keimblättern, vier Tage alt und noch einmal mit zwei Wochen. Ich habe den Verdacht, dass der Baumwollbaum am Anfang seines Lebens sehr viel Wurzelwachstum aufweist. Bei den Blättern ist er zumindest recht lahm.

Gossypium Arboreum 1. Tag. Bleistiftzeichnung.

Gossypium Arboreum 1. Tag

Gossypium Arboreum 4. Tag. Bleistiftzeichnung

Gossypium Arboreum 4. Tag

Gossypium Arboreum. 2 Wochen nach Keimung. Zwei Keimblätter sind voll entfaltet, das erste echte Blatt wird ausgeprägt. Foto.

Gossypium Arboreum. 2 Wochen

 

Keimverhalten Gossypium Arboreum

Etwa drei Wochen nach der Aussat in Quelltöpfe haben drei der zehn Anfang dies Monats ausgesäten Gossypium Arboreum Samen ausgetrieben. Dabei ist der Baumwollbaum ganz schön hinterhältig. Zuerst versenkt er seine Keimwurzel  unauffällig im Substrat. Erst zwei Tage, nachdem die Wurzel ausgetrieben und ihr Wachstum begonnen hat, zeigt sich der eingefaltete oberirdische Teil der Pflanze. Drei bis vier Tage nach der Öffnung der Samenhülle richtet sich der Keimling auf und präsentiert zwei etwa Daumennagelgroße Keimblätter. Diese wachsen schnell weiter, bis sie die Länge des mittleren Daumenglieds erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt ragt mindestens schon die Keimwurzel (die spätere Pfahlwurzel) unten aus den Quelltöpfen heraus.

Gossypium Arboreum treibt aus

Den einen Tag war da nur ein Samenkorn, am zweiten Tag schwebten zwei daumennagelgroße Keimblätter über dem Anzuchtopf. Rund zwölf Tage nach der Aussaht hat der erste Keimling sein Haupt erhoben. Gleichzeitig schob sich auch schon die Keimwurzel  unten aus dem Töpfchen heraus. Letztere habe ich im Sinne der Bonsaikultur gekappt. Sämlinge, die zum Bonsai erzogen werden sollen, verlieren schon im Keimlingsalter die für Bäume charakteristische Pfahlwurzel.

Handfette

Beim Nadelarbeiten müssen ja öfter mal die Finger dran glauben – ob sie aufgerieben, angestoßen, zerstochen oder nur totgewaschen werden, ist ja eigentlich egal. Im Laufe der Zeit habe ich einige Selberpansch-Rezepte für Faule und Petrochemiescheue (aka. mich) entwickelt, die  für die Allgemeinheit interessant sein könnten.

Man nehme die folgenden “Rezepte” für den Panscher aus dem Handgelenk. Ich habe zwar eine Küchenwaage, aber die benutze ich nur zum Abwiegen von Wolle und Farbstoffen. Meine Unfähigkeit, Anleitungen genau und ordentlich nachzuarbeiten ist sicherlich schon bekannt. Hier also Rezepturen nach meiner Methode: Man entwickle einfach Gefühl! ;-)

Fett für zerstochene Stickerfinger

Viel (etwa 2/3 des Gefäßes) unraffinierte Sheabutter
weniger (etwa 1/6 des Gefäßes) Kokosfett
Ein großzügiger Spruzer Jojobaöl nativ
ein paar Tropfen Hagebuttenkernöl
Ätherisches Öl nach Geschmack

Hart- und Weichfette zusammen in ein Gefäß geben, im Wasserbad auf etwa 40 Grad erwärmen und zusammenrühren. In ein Cremedöschen abfüllen und rühren, bis es kalt und sähmig-fest ist. Sollte die Fettmischung einfach nicht stocken wollen, ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen. Dann wieder herausnehmen (die Fette fallen dadurch klumpig aus, das ist normal), noch einmal auf sähmige Konsistenz erwärmen (etwa 30 Grad – das geht am einfachsten, wenn man das Döschen ein paar Stunden am Körper trägt) und dann rühren, bis die Hände abfallen. Die Fette verbinden sich dadurch neu und werden zu einer homogenen Masse.

Das Ergebnis sollte ein griffiges, nicht allzu hartes Fett für die Hände sein. Sehr sparsam anwenden – mir reichen 100ml für ein Jahr. Durch die Sheabutter und das Jojobaöl (beide möglichst unraffiniert bzw. nativ) heilen vor allem kleine Wunden an den Nagelbetten sehr schnell ab.

Allround-Fett für trockene Haut

Viel unraffinierte Sheabutter
etwas weniger Kokosfett
deutlich weniger Adeps Lanae (aka. Wollfett oder Lanolin, aber ohne Beimischungen!)
ein großzügiger Spruzer Jojobaöl nativ
ein paar Tropfen Hagebuttenkernöl
Ätherische Öle nach Geschmack

Auch hier gilt: Hart- und Flüssigfette in ein Gefäß geben, im Wasserbad schmelzen und gut verrühren. Dann in Gefäß abfüllen und rühren, bis es stockt. Wenn es nicht stockt, ab in den Kühlschrank und später noch einmal leicht erwärmen und nachrühren.

Anwendung: Nach Bedarf eine geringe Menge auf der Haut verreiben. Die Rezeptur sollte schnell einziehen und kaum “Fettigkeit” auf der Haut zurücklassen. Wer mehr “Oberflächenschutz” für seine Haut möchte, kann auch eine kleine Dosis Bienenwachs mit einarbeiten. Das macht die Masse allerdings fester.

Diese Rezeptur habe ich für meine Mikro-Schuppenflechte (nein, nix Schlimmes, die nervt nur und ist nicht behandlungswürdig) und die zu extremer Trockenheit neigenden Hände meines Mannes entworfen. Andere “Tester” fühlten sich mit dem Fett auch gut versorgt, auch wenn von manchen Leuten die Rückmeldung “zu reichhaltig” kam. Deshalb gilt auch hier: Weniger ist mehr.

Die Haltbarkeit dieser Fettmischungen ist nahezu unbegrenzt – wenn die Rohstoffe 3 Jahre halten, dann hält das Gemisch auch gerne 2,5 bis 3 Jahre, solange man beim Schmelzen und Rühren nicht in die Rohmasse niest oder die Fette anders kontaminiert.

Viel Spass beim Panschen.

Von Katzen und Nagern

Meine Katze, sechs Jahre alt, kohlrabenschwarz und kaum größer als ein sechs Monate altes Kätzchen, brachte mir heute ein Geschenk. Nicht einfach nur ein kleines Nagetierchen. Keine kleine unschuldige Spitzmaus aus dem Garten. Nein. Es war ein Nagetier. Eine Kanalratte. Ein ausgewachsener Ratz mit allem drum und dran lag mausetot auf der Balkonfußmatte.

Ihren Namen hat sie sich redlich verdient. Wir haben sie Alanna the Lioness von Tamora Pierce benannt.

Raritätensamen

Letzte Woche sind ein paar Raritätensamen bei mir eingetrudelt:

Gossypium Arboreum: Die Baum-Baumwolle. Oder auch Baumwollbaum genannt. Im Gegensatz zu den Baumwollarten, die im professionellen Anbau ihren Einsatz finden, ist Gossypium Arboreum mehrjährig. Die Quellen sind sich nicht ganz einig, ob es sich um einen hohen verholzenden Strauch oder einen kleinen Baum handelt. Zugegeben, das ist Ansichtssache. Ich hoffe, dass sich aus den zehn Samen auch wirklich Gossypium Arboreum entwickelt und nicht irgendeine einjährige Baumwollart mit ähnlich aussehenden Samen.

Morus Rubra: Der kanadisch-amerikanische Rote Maulbeerbaum. Die Maulbeere ist der Baum, an dem die Raupen des Maulbeerspinners sich gütlich tun. Der Maulbeerspinner ist ein Schmetterling, und sein wichtigstes Produkt für die Menschheit ist die Seide, mit der die Puppen dieser Art sich zwischen Raupe und Schmetterling schützen. Nur, dass in diesem Fall der Schutz wohl nach hinten losging …

Auf jeden Fall gibt es vom Maulbeerbaum drei Arten: Rote Maulbeere (diese ist in Nordamerika heimisch), Weiße und Schwarze Maulbeere (diese wachsen in Asien und füttern Seidenraupen). Morus Rubra zum Keimen zu bewegen ist etwas schwierig, aber leider ist in meiner Umgebung kein Maulbeerbaum zu haben, bei dem ich kurz einen Steckling oder auch nur ein paar Früchte abstauben könnte. Also gilt auch hier wieder: Ich hoffe, dass mein Lieferant mir auch befruchtete Samen guter Qualität besorgt hat.

Und zu diesen textil interessanten Bäumen und Sträuchern habe ich mir noch etwas hübsches organisiert: Hibiscus Ferrugineus, ein Haus-Eibisch, der keinen deutschen Namen besitzt. Dieser Baumstrauch stammt aus Madagaska und besitzt hübsche, drei Zentimeter große rote Blüten.

Ich bin sehr gespannt, wie viele Samen ich zur Keimung bringen kann … und welche Pflanzen aus ihnen wachsen.