| Bald ist es soweit:Mein neuer Roman “Tagrichter”erscheint. Für einen kleinen Vorgeschmack gibt es jetzt auf dieser Unterseite eine kleine Leseprobe. Der »Tagrichter« ist mein zweiter Roman und meine dritte DSA-Publikation:Neben den Romanen habe ich auch an der von Carolina Möbis redaktionell betreuten Novellenreihe »Hundstage« mitgearbeitet. Eigenartigerweise schrieben sich die ersten zwei Manuskripte trotz vieler ablenkender Nebenereignisse relativ leicht. Das lag unter anderem daran,dass ich meinen Teil der Hundstage geschrieben habe,nachdem der Nachtrichter ins Lektorat ging,aber bevor er erschien. Nachdem der Nachtrichter in die Hände seiner Leser gelangte,lechzte ich nach Kritiken. Ich erhielt einige,manche glühende Liebeserklärungen,andere bitterböse Verrisse. Das ist natürlich Autorenschicksal. Ein dickes Fell in Sachen Kritik gehört dazu. Aber man versucht doch,etwas von der Publikumsreaktion zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Das ist ein ganz schön starker Druck. Mit dem Tagrichter saß ich vor einem leeren Monitor und verzweifelte daran,jemals den perfekten Anfang zu finden. Aber ich kenne mich auch. Irgendwo muss ich anfangen,damit ich in Richtung Ziel Fahrt aufnehmen kann. Das ist wie ein Arbeitstitel –der Beginn meiner Geschichte ist bis zum letzten Moment verhandelbar. Den tatsächlichen Romananfang schreibe ich erst,wenn der Roman ein Ende hat –das ist der erste Schritt der Überarbeitung,denn nur wenn das Ende zu meiner Zufriedenheit steht,finde ich auch den richtigen Zeitpunkt,um mit der Handlung einzusetzen. Also schrieb ich los,und acht Seiten Anfang vom Anfang flogen gleich zu Beginn der Überarbeitung heraus. Und so beginnt der Roman,ganz klassisch,am Stadttor von Elenvina mit einer kleinen Maskerade.  Um hier mal etwas Leben reinzubringen,eröffne ich hiermit die Rubrik “Malsachen”. Nein,das heisst nicht,dass es mal Sachen zu sehen gibt,sondern eher,dass ich meine gelegentlichen Ausflüge zu Farbstift,Farbtopf und Pinsel auch in diesem Blog zum Besten gebe. Das hat zwar beim besten Willen nichts mit der Schreiberei zu tun,aber wenn ich unter eng gesteckten Verträgen stehe und mich in keinster Weise zum Auftrag äußern darf,dann möchte ich doch ab und zu mal etwas vorzuzeigen haben. Den Anfang machen die Bauklötze meines Sprösslings. Jenseits von Malen in der Schule habe ich kaum Unterricht genossen,also bitte keine zu hohen Maßstäbe anlegen. 
 Ganz unerwartet hatte ich heute eine große Datei in der Mailbox –das Coverbild zum Tagrichter,erste Version. Ich solle es mir ansehen und Korrekturanmerkungen machen. Nur gefällt mir das Vorschlagsbild schon in der Vorabversion so gut,dass ich als Autor nichts Ernsthaftes zu Mäkeln habe. Auf jeden Fall mag ich dieses Titelbild mehr als das des Vorgängerbandes. So viel Drama und Bewegung,da muss man einfach zugreifen Edit:Bitte entschuldigt das Gewerch mit den vielen Einträgen,ich habe hier gerade einen irrsinnigen Haufen Fehlermeldungen auflaufen. Ich hoffe,das ist jetzt alles wieder in Ordnung.  Der Tagrichter ist aus dem Lektorat zurück,und ich kranke mal wieder daran,dass ich Word in allen Varianten einfach nicht mag –es als Programm aber doch der Quasi-Standard ist. Mein heißgeliebtes Papyrus streckt bei docx die Waffen,und meine üblichen Konvertierungstools scheitern an irgendwelchen Neuerungen im Format. Dafür hatte das Lektorat erstaunlich wenig am Roman anzumerken. Entweder bin ich also ein Genie und schreibe bis auf ein paar Satzumstellungen und durch Umdenken entstandene Grammatikfehler super-hyper-duper toll,oder am Manuskript ist nichts zu retten. Wir werden sehen Ich werde dem Manuskript noch eine weitere Szene spendieren und es noch einmal ganz durchlesen,dann geht es zurück an den Verlag und einen Schritt näher an die Veröffentlichung.  Der Tagrichter wird voraussichtlich nicht wie von Amazon behauptet im August,sondern erst im Oktober erscheinen. Projekt Sengoku wird demnächst an einen echten Arbeitstitel kommen und zum Hauptinhalt meiner schriftstellerischen Arbeit aufsteigen. Zumindest werde ich das Projekt ordentlich vorantreiben,wenn die Wände frisch gestrichen,die Fußböden begehbar und das Kind im Kindergarten sind. Gegenwärtig biwakieren wir (mit Mann,Maus,Katze und Kind) im Wohnzimmer und reißen im Schlafzimmer die ausgedienten Teppiche hoch. Auch so kann man Fronleichnahm verbringen. Zusätzlich arbeite ich noch an ein paar Exposes,damit mir im nächsten Sommer die Arbeit nicht ausgeht. Schriftstellerische Tätigkeit ist eigenartig zeitverschoben. Man entwirft Projekte,die etwa ein Jahr später spruchreif werden und noch ein Jahr später beim Leser ankommen. Zu dem Zeitpunkt ist man aber schon wieder mit ganz anderen Sachen beschäftigt und hat keine Ahnung mehr,wie das ursprüngliche Konzept aussah.  Der Tagrichter war gegen Ende rund hunderttausend Zeichen zu lang,und deshalb mussten viele Details dran glauben. Aber ich habe diesmal die “cut scenes”aufgehoben. Outtakes kann man es sicher auch nennen. Sollten sie noch zur gedruckten Version passen,poste ich sie vielleicht hier im Blog. Die Szenenliste gibt es schon mal 
 Der Tagrichter ist soweit fertig und wird jetzt noch einmal ordentlich durchgemangelt. Als Schmankerl (und Suchmaschinenfalle ) habe ich schon mal einen Textauszug:Die DSA-Worte,die mein Textprogramm nicht kannte und deshalb im Sonderwörterbuch “DSA-Tagrichter”gelandet sind: Adara Adaras Aetherica Ahmedsson Alchemikum allaventurischen Alrik Alrike Alriks Armatrutz Astralstuktur Auraleth Aureolus aventurischen Bächerle Barent Björnesson Borbaradkrieges Borbarads Bosparanienbaum dämonenaustreibendes Deres Eilenwid-über-den-Wassern Elenvina Elenvinas elenviner Elwene Fasar Fasars Firun Gareth Geweihtenschaft Gilborn Grauling Hemger Herzogenplatz Hesinde Hiram Horriphobus Ingrima Isida Vielleicht kann der geneigte Leser da schon etwas herausziehen?  Die Türme von Taladur –in diesem Blog läuft mein Anteil am Projekt noch unter dem Arbeitstitel “Sengoku”–sind eine großangelegte Romanreihe zum Rollenspielsystem “Das Schwarze Auge”,kurz DSA. Mit dieser Romanreihe,die sich nicht nur in der wirklichen Welt über mehrere Monate erstreckt,stellt sich uns als Autorengruppe ein größeres Problem:Taladur als Stadt ist jenseits von “da leben zerstrittene Familien in hohen Türmen”in offiziellen Publikationen wenig beschrieben,befindet sich aber in einem Teil Aventuriens,der regelmäßig mit Abenteuern “in die Zukunft”gebracht wird. Dadurch kann es passieren,dass ein wichtiges offizielles Ereignis wie zum Beispiel die Geburt eines Thronerben,das logischerweise mit wochenlangen Festen begangen wird,die eigentlich trüb-grimmige Stimmung des Romans empfindlich stört. Oder der per Kurier anberaunte Volkstrauertag zerschlägt die geplante fröhliche Festgesellschaft. Das kann einen Autoren schon stark behindern. Um also sowohl auf Rollenspiel- als auch auf Romanebene freiere Hand zu haben,sind wir Autoren nach langer Diskussion übereingekommen,die Türme von Taladur in die gute alte Zeit zu versetzen:Damals,als Reto noch lebte. Als die Welt noch in Ordnung war. Als man wusste:Der Namenlose ist der Böse,Dämonen eine dienstbare Kraft,Borbarad ein ausgezeichneter Rektor der Akademie von Fasar und Rohal der größte Herrscher aller Zeiten. Die Türme von Taladur spielen also nach Retos Maraskan-Abenteuer um 990 nach Bosparans Fall. Auf diesem beinahe vollständig weißen Flecken der aventurischen Zeit- und Ortskarte haben wir Autoren viele Möglichkeiten,uns auszutoben,ohne mit offiziellen Setzungen zu kollidieren. Wir können den Rat mit eigenen Charakteren besetzen und die Stadt darstellen,wie es für uns und die Dramaturgie notwendig ist. Nicht zuletzt sind wir nicht gezwungen,irgendeinen Charakter auf Gedeih und Verderb am Leben zu lassen,nur weil er im offiziellen Abenteuer #42 (Das Leben,das Universum und der ganze Rest) unbedingt gebraucht wird. Und das ist natürlich das Beste:Da wir einen Großteil unserer Charaktere selbst bestellen können,hilft kein irgendwie geartetes “Zukunftswissen”dem Leser,aus dem Spannungsbogen zu entkommen.  Nachdem die Frage jetzt schon mehrfach aufkam:Ich benenne alle Projekte mit noch nicht vom Verlag festgenageltem Arbeitstitel nach irgendetwas passendem Japanischen. Zum Beispiel war der in Elenvina spielende “Tagrichter”(erscheint voraussichtlich im August) lange Zeit “Projekt Kamakura”–abgeleitet davon,dass Elenvina eine alte Hauptstadt mit vielen wichtigen Religiösen Einrichtungen ist. Dito das japanische Kamakura,das vor langer Zeit einmal die Hauptstadt Japans war und ein paar sehr wichtige Shinto-Schreine und buddhistische Tempel beherbergt. Das Projekt Sengoku dagegen hat –wie der Name schon sagt –etwas mit den “Tausend Fürstentümern”oder auch der “Zeit der Streitenden Reiche”zu tun. Die echten Japan-Fans muss ich leider enttäuschen:Es handelt sich wieder um einen Roman zum Rollenspiel “Das Schwarze Auge”,und zwar um einen Titel in der neuen Romanreihe,die Bernard Craw plant. Vom Namen her kann man vielleicht ein bisschen etwas über das neue DSA-Romanprojekt in Almada herausfinden,wenn man den tieferen Sinn hinter dem Interrimstitel überträgt. Aktuell arbeite ich mit Hochdruck am Tagrichter. Sobald der vom Tisch ist,geht die Arbeit an Projekt Sengoku weiter. Projekt Gjousei (oder Gjosei mit langem o,ich bin in der Schreibweise da leider nicht eindeutig) hat dagegen überhaupt keinen Rollenspielbezug,aber leider auch noch keinen Verlag. Dieser Roman spielt,wenn ich ihn schreibe,in Mitteleuropa,Afrika und der Levante. Ich würde gerne auch etwas Japanisches schreiben,aber das Setting ist gegenwärtig schwer zu verkaufen. Die Tohoku-Erdbeben und die Atomkatastrophe in Fukushima haben den Verlagen das Thema wohl etwas vergällt. Da gehen nur Dystopien,und die Struktur solcher Romane geht mir gegenwärtig schwer von der Hand. Ich habe zu viele Bekannte im Unglücksgebiet. P.S.:Wer Bilder zu Japan sucht,könnte auf dieser Seite fündig werden. Ich poste dort die schönsten Fotos von zwei langen Japanaufenthalten.  Wo die Zeit wohl bleibt? Heute ist schon wieder eine Woche rum,die DSA-Reche gehören nun Ulysses und ich renne wegen lauter Kleinigkeiten ganz vielen Menschen hinterher. Aber wenigstens ist morgen Montag,dann kann ich ein paar meiner Endloslisten einkürzen Der Tagrichter hat seine ersten Probeleser hinter sich gebracht,und ich arbeite die Änderungsliste gerade in den Text ein. Ein paar Nebencharaktere mussten umbenannt werden,ein paar weitere Charaktere wurden auf magische Weise zu ein und derselben Person verschmolzen und an ein paar Stellen durfte meine Hauptperson jetzt doch etwas anders reagieren als geplant. Es ist schon doof,wenn dem Charakter plötzlich Lösungswege einfallen,die nicht im Plan stehen und viel logischer sind als Plan A. Einen Witz werde ich wohl nicht mehr unterbringen,also kann ich ihn auch hier posten:Du musst Rahja opfern,um von Tsa gesegnet zu werden  | |