Efferdgeweihtenkostüm

Efferdgeweihtenkostüm zum Rollenspiel DSADie Gewandung zur Ratcon  2012 galt Efferd. Diesmal hatte ich etwas mehr Zeit zur Verfügung, also konnte ich etwas tiefer in die Trickkiste greifen. Hosenrock und Weste aus Seide, Hemd aus Leinen. Stickereien in Baumwolle, ebenso die Kordeln. Muscheln und Schneckenschalen habe ich per Hand angebohrt. Dabei hatte ich etwa 40% Ausschuss, bis ich den richtigen Bohrer gefunden hatte.

Die Weste ist wendbar; auf die Außenseite ist dunkelblau mit grauem Satinband und grünbunten Perlen, die Innenseite grünblau mit dunkelblauem Samtband. Auf die Hosenbeine habe ich Türkise und weitere Rochailleperlen aufgestickt, um der Seide etwas Gewicht zu geben.

Die Bluse dagegen ist aus Rohleinen, das ich selbst gebleicht und verarbeitet habe. Stickereien in Knotenstich, Plattstich, Vorstich und Varianten, Hexenstich, Bäumchenstich … ich habe mich nur an eine Regel gehalten: Es soll aussehen, als würde es zusammengehören. Die Zusammengehörigkeit kommt aus der monochromen Farbwahl, der immer gleichen Fadenstärke (3 fädiger Sticktwist) und der Tatsache, dass es alles auf einem Trägerstoff liegt. ;)

Wie schon bei anderen Kostümen stand die Alltagstauglichkeit im Vordergrund. Auch wenn ich mit dem Meeresfrüchte-Gürtel niemandem empfehlen würde, einen Rucksack zu tragen oder ein Kind auf den Arm zu nehmen. Aber das verbietet sich auch durch die Frisur.

Phexgeweihtenkostüm

Das war meine Gewandung auf der Ratcon 2011. Ich habe mich dabei grob an meinen Vorstellungen zu praktischer, doch edler Kleidung für eine Phexgeweihte orientiert. Leider hatte ich damals nur Dekoseide zur Verfügung; die Jacke starb schon beim ersten Waschen eines schrecklichen Todes. Die Hose dagegen ist aus Anzugseide und lebt immer noch. ;)

Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität und -Freistellung, ich habe nach dem Plattencrash vor ein paar Monaten keine anderen Bilder mehr. Analoge Fotofonie hat schon was für sich: Solange man die Bilder nicht verschlampt, hat man sie immer.

Schnitt und Umsetzung sind ganz aus meiner Hand. Ich gebe die Anleitung gerne weiter. Warun sollten auch alle Geweihten in Kutten rumlaufen?

Nützlinge – man muss sie einfach lieben

Dieses Frühjahr begann feucht, führte sein Leben nass weiter und beendete es mit feuchtwarmen Regenschauern – zumindest in der nürnberger Tiefebene.

In solchem Wetter fühlen sich die üblichen Verdächtigen unter den Insekten – Hummeln, Bienen, Florfliegen, Marienkäfer und wie sie alle heißen – nicht allzu wohl. Aber es gibt eine unbeugsame Insektenart, die diese Witterungsbedingungen einfach nur liebt: die Blattlaus. Ob grün, gelblich oder dunkelblau-schwarz, die Blattläuse lieben es kühl und nass. Da ich jedes Jahr zum Insektenfüttern eine “Blattlausfarm” aus Ringelblumen und Kapuzinerkresse anlege, habe ich eine gesunde Blattlauspopulation im Garten. Nur gab es dieses Jahr keine Insekten, die diese Blattläuse fressen wollten.

Also hatte ich so viele Blattläuse an den Paprika, dass sie nicht mehr wachsen konnten. Die Schneekirsche trieb nicht aus, weil die Blattläuse allen Saft aus den Knospen heraussaugten. Meine Baumwollpflänzchen, mühevoll hochgepäppelt, kümmerten aus Blattlaus vor sich hin …

Zuerst habe ich die Viecher abgestreift. Das half nicht viel, weil die Knospen zu klein für meine dicken Finger waren. Der Kollateralschaden an Austriebsknospen war einfach zu hoch. Dann griff ich zu Spüli, und als das nichts half, zu Kaliseife.

Irgendwann kam mir der Gedanke, dass ich mich in einer wetterbedingten Rüstungsspirale mit den Blattläusen befand. Und dass das reichlich doof war. Wenn ich weder Marienkäfer noch Florfliegen im Garten hatte … ich schiebe das mal auf den harten Winter und den miesen Frühling, da bei mir nichts Härteres als Kalilauge gegen Insekten eingesetzt wird … dann musste ich mir einfach welche besorgen.

Mein Blattlausproblem erstreckte sich mittlerweile auch auf die Küchenkräuter, die Hornveilchen im Balkonkasten, die Ahörner und sogar den Borretsch und die Moschusmalven. Alles was noch halbwegs Grün aufweisen konnte, war blattlausbefallen und klebrig und voller Blattlauseier. So richtig Bah. :)

Aber nachdem ich rund 500 Florfliegenlarven und 50 Marienkäferlarven von unseren Naturschützern gekauft und ausgewildert hatte, war nach fünf Tagen der Spuk vorbei. Heute, acht Tage nach dem Aussetzen der Nützlinge, habe ich mir die Zeit genommen, meinen Balkongarten zu “beregnen” und den ganzen Blattlauspapp abzuwaschen. Den Pflanzen geht es prächtig, und sie treiben auch wieder gut aus. Und die Paprikas bilden erste Früchte. Die werden vielleicht noch etwas.

Nur um die Nützlingslarven mache ich mir jetzt Sorgen: Wenn die in acht Tagen alles an Blattlaus weggefressen haben … gibt es dann jetzt noch genug Blattläuse, um die nächste(n) Generation(en) zu versorgen? Ich hätte ja gerne auch eine stabile Nützlingspopulation.

DSA für den Deutschen Phantastikpreis nominiert

DSA – die Romanserie “Das Schwarze Auge”, für die ich auch schreibe, wurde für den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Bis zum 28. Juli 2013 könnt ihr darüber abstimmen, welche der nominierten Romane den Preis verdienen. ;)

Das Schwarze Auge ist zwar mit über 25 Jahren und über 150 Romanen die älteste deutsche Fantasy-Romanreihe, doch auf die Nominierungsliste des Deutschen Phantastikpreises hat man es noch nicht geschafft. Ich bin in der Reihe mit gegenwärtig drei Romanen und einer Novelle vertreten und freue mich einfach mit. :D

Gossypium Arboreum

Da sind wir wieder. Mein erster Baumwollbaum ist mittleweile ganz schön groß geworden. Da ich ihn recht früh “ausgewildert” habe, musste er leider einiges mitmachen: Wind, tiefe Temperaturen und viel zu viele Blattläuse. Aber er macht sich und produziert fleissig Blätter. Die verkrüppelten Blättchen gehen auf das Konto der Blattläuse. Das nasskalte Wetter von März bis April war perfekt für die Sauger.

gossypium_arboreum_2013

Den fünf jüngeren Geschwistern des Bäumleins geht es gut. Die baden gerade im Regen.

Hermann und ich

Vor ein paar Wochen unterhielt ich mich mit einer Freundin übers Brotbacken. Früher habe ich mich recht intensiv damit beschäftigt. Meine Sauerteig-Versuche starben dutzende Tode. Unterzuckert, überzuckert, untermehlt, zu kalt, zu warm … Ich habe einiges an Erfahrung in Sachen Fehlgärung, und auch ein bisschen Erfahrung mit glücklicheren Sauerteigkulturen. Dadurch verfüge ich auch über eine geeichte Nase: Ich kann riechen, was an einem Teig falsch gelaufen ist.

Während des Gesprächs kamen wir beide darauf, dass wir zwar Brot backen wollen täten, aber wirklich keine Zeit für eine gute Sauerteigführung haben. Mit Kindern und Gästen und Haushalt ist das nicht so einfach, wie es sich beim Durchlesen eines Rezepts anhört. Vor allem, wenn der Rest der Leute im Haus keine Ahnung von Sauerteigen hat und nicht weiss, warum man auf keinen Fall die Heizung darunter ausstellen sollte.

Einige Tage später brachte mir ein Gast ein “neues Haustier” mit. Zusammen mit einem Kettenbrief: Einen Hermann-Teig. Erkannt habe ich ihn sofort – aber mir war nicht bewusst, dass der Kettenbrief-Hermann immer noch lebt, sozusagen. Wider besseren Wissens habe ich den Teig angenommen. Er roch gut, ordentlich Milchsauer. Also konsultierte ich die Anleitung und rührte am passenden Tag 200g Zucker in den Teig. Zum Hefefüttern.

Dann gab es die ein oder andere Katastrophe, und als ich am nächsten Tag den Teigzustand kontrollieren wollte, hatte der Teig gut eineinhalb Tage in der prallen Sonne bei 30+ °C verbracht. Der grobkörnige Zucker, den ich dank Sturmböen und hingefallener Kinder nicht mehr richtig unterrühren konnte,  hatte sich am Boden abgesetzt und das Ergebnis roch nach … Alkoholgärung. Nichts mehr mit milchsauer.

Also habe ich den Teig entsorgt. Mit Hermann und mir wird das die nächsten Monate nichts. Irgendwann, wenn es wieder kälter wird und das Wetter berechenbarer aussieht (einmal herzlich lachen, bitte), setze ich noch mal einen Hermann an. Der Teig ist ja recht stabil, und einmal die Woche kann man ihn für süßes Brot teilen und neu anzüchten. Dann machen wir daraus das Sonntags-Zuckerbrot.

Caseln für die Ewigkeit

Es folgen zwei Beiträge zum Thema “Nähen für die Ewigkeit” von Himmel-und-Hölle-Näharbeiten. Bitte lesen Sie sie sorgfältig und befolgen alle Anweisungen getreulich. Die Caseln halten ewig, und die Restauratoren… lassen wir das.

Anleitung für das Schneidern von Ewigkeitscaseln

Benötigte Materialien
Oberstoff: Feinste, zerbrechliche Seide
Verstärkungsstoff: Dünner Cottanova
Einlage: Grobes Leinen
Futter: Nach Belieben, bevorzugt dünn und zerbrechlich.
Faden: Eternitfaden… oder stabiles Polyester

Einstellen der Nähmaschine
Drehen Sie die Fadenspannung so hoch wie möglich, sowohl beim Ober- als auch beim Unterfaden. Kalibrieren sie für eine perfekte Fadenlage mit Schlingung in der Mitte der Stofflagen. Stellen sie die kleinstmögliche Stichlänge ein. 1 – 0,05mm ist ideal.

Nähen
Nähen Sie zuerst Stickerei und Verstärkungsstoff zusammen. Dann Stickerei, Verstärkungsstoff und Einlage, daraufhin das bestehende Paket mit der Borte und zuletzt noch mit dem Futterstoff. Die Casel ist für die Ewigkeit gemacht, also reicht eine Runde pro Durchgang nicht aus. Nähen Sie zwei- oder dreimal, und vernähen Sie die Fadenenden bombenfest.
Bedenken Sie immer: Eine Ewigkeitscasel ist für die Ewigkeit gemacht. Eher soll der Stoff reißen als die Naht.

Kundeninformation zur Ewigkeitscasel

Sehr geehrter Kunde,
Sie haben soeben eine Ewigkeitscasel erworben. Um dieses wunderbare Textil, das für die Ewigkeit schon im Diesseits geschaffen wurde, angemessen zu erhalten, möchten wir Sie bitten, folgende Punkte zu beachten:

  • Bewahren Sie die Ewigkeitscasel in einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit auf
  • Achten Sie darauf, dass in Gegenwart der Ewigkeitscasel viel geraucht und/oder geweihraucht wird
  • Vermeiden Sie Schränke mit Mottenschutz. Mäuse, Teppichkäfer, Motten und andere Insekten möchten auch etwas von der Ewigkeitscasel haben.
  • Vermeiden Sie Kontakt mit frischer Luft und/oder Sonnenschein. Dies ist unheimlich schädlich für die Ewigkeitscasel.
  • Lassen Sie die Ewigkeitscasel NIE reinigen. Auch mit frischem Wasser darf die Ewigkeitscasel NIE in Berührung kommen.
  • Zusammengefasst: Ein feucht-kalter Raucherkeller mit Schimmelpilzbildung ist ideal für die Ewigkeitscasel.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit auch, ihre Ewigkeitscasel von Schneidern, Nähern, Stickern oder Restauratoren begutachten zu lassen.
Wenn Sie sich treulich an diese Regeln halten, wird Ihnen die Ewigkeitscasel ein Leben lang erhalten bleiben.

Und nun ein Life-Mitschnitt aus einer Paramentenmacher-Werkstatt, in der gerade eine Ewigkeitscasel zur Restauration ansteht:

“Und da haben wir noch diese… ugh. Was ist den DAS?” (lange Pause)
“Also, wir brauchen jemand, der das auftrennt…” (Job wird verteilt. Die Tapfere Stickerin beginnt mit der Arbeit)
“Schwester, ich benötige eine Schutzbrille, meinen OP-Mundschutz… nein, besser die Gasmaske, die Latexhandschuhe und das Skalpell. Benötigen wir mehr als nur die Stickerei? Nein? Sehr gut. Räumt das Haus.”
(einige Stunden vergehen… Die Tapfere Stickerin wankt aus dem Arbeitszimmer und wird von ihren Kolleginnen empfangen)
“Wir brauchen einen Taxonomen. Ich glaube, ich habe zwischen den Stichen noch 30 unbekannte Insektenarten gezählt…”

Um fair zu sein …

Viele der “Ewigkeiscaseln”, die in den Händen von Restauratoren landen, wurden nicht vom Messner oder der Gemeinde falsch behandelt. Sie wurden nach Jahren treuen Dienstes ausgesondert und bis zur endgültigen Entsorgung – was sich in manchen Kirchen recht kompliziert gestaltet – in einem Plastiksack im Keller oder auf dem Dachboden gelagert. Dort wurden sie vergessen und Jahre später wiederaufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Caseln nicht mehr alt, sondern historisch und dadurch wieder interessant. Also kommen sie zur Restauration, und das Spiel beginnt.

Der Wettergnom

Mein Mann hat die Verantwortliche für das schlechte Wetter beobachtet und gezeichnet.

GoblinShamaninRain

Hochwasser

Vor ein paar Jahren haben wir dort gewohnt, wo jetzt Land unter ist. Hätten wir uns nicht für die Pampa entschieden, so würden wir heute mit dem Schlauchboot einkaufen gehen und jeden Tag die Sandsäcke auf Sickerstellen untersuchen. Bei uns gilt zwar auch (noch) Hochwasser-Meldestufe 2, aber das Einzige, was uns beeinträchtigst, ist das Rattern der Grundwasserpumpe. Ab und zu. Da wir im ersten Stock wohnen, ist das alles relativ.

Nun juckt es mich in den Fingern, ein oder zwei Hochwasser-Kurzgeschichten zu schreiben, aber ein gewisser Roman hat absoluten Vorrang. Ich wünsche allen Hochwasseropfern, dass das Wasser bald abfließt und sich die Reparaturkosten in Grenzen halten.

Tablet und Tastatur

Mein Laptop, auf dem ich jeweils die ersten zweihunderttausend Zeichen Nachtrichter, Hundeelend, Tagrichter und Türme aus Kristall getippt habe, ist von mir gegangen. Das Ersatzstück für mobiles Arbeiten ist nun ganz im Zeichen der Zeit ein Tablet mit Bluetooth-Tastatur. Bei jeder getippten Zeile werde ich wieder daran erinnert, dass ich gute Gründe habe, kabelgebundene Peripheriegeräte zu bevorzugen: Ich bin auf der Tastatur schneller als die Sende- und Empfangseinheit. Aber der Speicher meiner ausgewählten Tastatur ist zum Glück groß genug, um auch mal fünf schnellgetippte Sätze aufzunehmen und abzuarbeiten. Auch wenn diese Sorte Echo-Schreiben sehr an die Anfangszeit des Computers erinnert, als der Server jede Eingabe bestätigen musste.

Oh, eine kleine Korrektur. “Hundeelend” war natürlich nur 180.000 Zeichen lang. Das Stück habe ich komplett auf dem Laptop geschrieben. :)