Tagrichter

Klappentext

Elenvina und die Wehrhalle des Praios. Für viele Menschen ist diese Stadt und ihr berühmter Praios-Tempel Ziel einer langen Reise. Adara sieht nicht ein,dass sie sich als Phex-Geweihte bei Stadt und Kirche anmelden soll und gibt sich und ihre Begleiter als Pilger aus. Aber bevor sie Gastrecht beanspruchen können,erkennt sie ein alter Feind und Ritter des Ordens vom Bannstrahl Praios’,und der Inquisitor Praiodan hat einen kleinen Auftrag,den in dieser praiosgefälligen Stadt nur Phexensjünger erfüllen können.

Cover: Anna Steinbauer

Leseprobe

»Euer Begehr?«, fragte der Gardist gelangweilt.
Hinter ihm überspannte ein wuchtiger Torturm aus dunkelgrauem Granit die Straße. Rechts und links der Toranlage erstreckte sich die ebenso dunkle Stadtmauer und sog das Grün der frühsommerlichen Landschaft in sich hinein. Die Hauptstadt der Nordmarken verfügte über eine mächtige Wehr, aber bewacht wurde sie von Menschen.
Die Augen des elenviner Wachmanns flogen über Adaras abgetragene Gesellenkluft. Pilgerabzeichen aus gelb angemaltem Holz baumelten von ihrem Hals. Billigeres stand einem Pilger auf seinem heiligen Weg nicht zur Verfügung. Straßenstaub, mangelndes Gepäck und eine großzügige Portion Matsch von Straßenrändern und dem Großen Fluss persönlich rundeten das Bild ab. Adara, Faisal und Ragnar gaben die klassische mittellose Pilgergruppe, die tagsüber in der Wehrhalle ihre Sünden beichtete und abends ebenso fromm den Geweihten der Travia auf der Tasche lag.
Adara beabsichtigte nicht, sich in diese ach so praiosgefällige Stadt einzukaufen. Die angemessene Summe für eine Phex-Geweihte, ihren Novizen und einen – Praios möge uns schützen! – Schwarzmagier aus Fasar wollte sie nicht bezahlen, und ihr war nicht danach, jeden ungelenken Schnüffler der Stadt abzuschütteln, bevor sie den Phex-Tempel aufsuchte.
Nach einem kurzen Blick auf die schäbige Gruppe gab der Wachmann jede Hoffnung auf ein Handgeld auf und warf einen verlangenden Blick zur untergehenden Sonne. Anfang Rahja ließ sich Praios’ Angesicht viel Zeit, bis es Phexens Sternen ihren nächtlichen Platz einräumte. Der Wachwechsel würde noch etwas auf sich warten lassen.
Adara verbeugte sich unterwürfig und zupfte an ihrer Weste. Unter ihren Fingern lösten sich Staub und ein paar sorgfältig vorbereitete Fäden. Gemächlich schwebten die Fasern durch die heiße Luft und verschwanden im Straßenstaub.
»Wir sind hier, um dem Herrn Praios unsere Aufwartung zu machen«, nuschelte sie mit windhagischem Akzent. »Die heiligen Orte zu besuchen und um …«
»Jaja, schon gut«, unterbrach sie der Gardist. »In der Stadt ist Nichtbürgern das Tragen von Waffen verboten«, belehrte er sie gelangweilt.
Adara umklammerte ihren Stab und starrte ihn entsetzt an. Einem Gesellen war sein Wanderstab heilig. »Aber Euer Ehren …«, begann sie.
Der Gardist winkte ab. »Das ist keine Waffe«, erklärte er Adaras hinterwäldlerischem Aussehen großzügig. »Also benutze Sie sie nicht. Genauso verboten ist Zauberei in jeder Form, Praios möge uns beistehen und Ordnung schaffen, was von der heiligen Inquisition überwacht wird.« Er schlug den Sonnenkreis vor seiner Brust.
Hinter Adara hustete Ragnar. Es sollte wohl einen Lachanfall vertuschen. Faisal hörte mit steinerner Miene zu.
Unbeirrt fuhr der Wachmann fort: »Pilger haben sich binnen eines Tages in der Wehrhalle vorzustellen – geradeaus die Straße hinunter und am Herzogenplatz gen Rahja wenden – und ein echtes Pilgerabzeichen zu erwerben, das ihnen Aufenthaltsrecht für einen Mond gewährt.« Er warf einen abfälligen Blick auf das armselige Holzamulett, das um Adaras Hals hing. »Name?«
»Alrike aus Ackerwindenhof, Ragnar Björnesson und Faisal Ahmedsson.« Sie verfälschte Faisals tulamidischen Namen so thorwalisch, wie sie nur konnte. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie die Mundwinkel ihres Partners zuckten. Als der Gardist ihn ansah, verbeugte er sich linkisch, Ragnar folgte seinem Beispiel.
Der Wachmann sprach die Namen, die sie genannt hatte, sorgfältig nach und winkte sie durch das Tor. »Pilger haben sich sofort in der Wehrhalle vorzustellen«, wiederholte er. »Sie halten sich besser daran.«
Mit einer letzten Verbeugung führte Adara ihre Gruppe in die graue Stadt. »Willkommen in Elenvina«, murmelte sie, als die ehrwürdigen Häuser der Kaiserallee sie mit kühlem Zwielicht begrüßten. »Es herrsche der Herr Praios, Sein Licht vertreibe mit seiner Helligkeit die Nebel, und Seine Ordnung sei die höchste Wahrheit des Lebens.«
»Du wolltest ja unbedingt als erbärmlicher Bettelpilger auftreten, feurige Flamme«, erwiderte Faisal. »Wir hätten diesen hinterwäldlerischen Ort auch in einer ehrenhaft von zwei Pferden gezogenen Kutsche aufsuchen können. Das hätte uns zumindest diese verächtliche Ansprache erspart, als ob wir Diener wären, von denen man in der dritten Person spricht. Ganz abgesehen davon, dass, der Herr Praios möge uns schützen«, seine Stimme troff vor Sarkasmus, »die von der verwerflichen Mada mit der Kraft geschlagenen Ungeheuer vor Ausübung ihrer Fähigkeiten erst durch die vollkommene Inquisition katechisiert werden müssen, bevor sie ihr Verbot erhalten!«
Adara wandte sich zu ihm um. Faisal wusste es besser als der Gardist am Stadttor. »Dispens bekommst du von der Akademie«, erwiderte sie.
»Ja, weil die höchst zuverlässige Leitung dieser weißmagischen Klitsche zu wenig göttergesegnetes Rückgrat besitzt, um ihre verbrieften Rechte gegen die Praios-Geweihten durchzusetzen!«
»Soll ich dir einen schreiben?«, erkundigte sie sich beißend. »Wessen Unterschrift soll draufstehen? Die von Aureolus Hemger?«
Faisal holte erbost Luft, dann blickte er die farblose Straße hinunter und schluckte seine Erwiderung. In einem der wuchtigen Granitgebäude hing ein Weißmagier aus dem Erdgeschossfenster und diskutierte mit einem Kollegen in Reisekleidung. Er gestikulierte erregt gen Norden.
»… sich nicht mehr ohne aggressiv-defensive Speichermatrizen in Kristall oder Stab ante Portas zu begeben! In Waldweiler! Zwei Scharlatane, von denen Generalis und ex examinationis Academiae bekannt ist, dass ihre Kunst nur in Feuerwerk, Rauch und Irreführung zu finden ist, wurden von den Geißlern als Schwarzmagier verbrannt! Und in Rodenbach hat ein Lynchmob Meinwerk nur deshalb nicht erwischt, weil Elwene ihm im Austausch gegen ein Ergebnis seiner obskuren Experimente einen Speicher mit Armatrutz kreiert hatte. Minissimum ante visitierte ein Prediger der Geißler die Ortschaft …«
Faisal hob bedächtig eine Augenbraue. »Ich werde meine Stabzauber ergänzen«, merkte er gemessen an. »Mit frommen Gebeten um Verstand für verblendete Bannstrahler. Wenn es dir recht ist, prachtvoller Sonnenuntergang, dann würde ich Signatur und Siegel des Heliodan bevorzugen. Nicht, dass du, o Trägerin einer unverkennbaren Handschrift, diese je nachahmen könntest.«
»Versuche, dich an legale Sprüche zu halten«, schlug Adara vor. »Was meine Schrift angeht, so ist sie zumindest lesbar!«
Weit vor ihnen ertönte ein dumpfer Knall. Dort, wo die Stadtmauer den Fluss berühren musste, rollte dicker blaugrauer Rauch in den rosafarbenen Abendhimmel. Winzige gelbe Funken blitzten in der dunklen Wolke. Die zwei Magi starrten auf die Rauchwolke.
»Wollte Meinwerk heute nicht …«, begann der auf dem Fensterbrett lehnende und richtete sich auf.
Der andere Magus war bleich wie die Wand. »Das Pentagramma – Artefakt!«, keuchte er. »Der Prodekan hat ihm nahegelegt, seine Experimente außerhalb der Stadt durchzuführen!« Mit gerafften Roben rannte er auf das nächste Stadttor zu. Über die Schulter rief er: »Er hat sich bei Korina Bächerle eingekauft!«
Sein Kollege warf das Fenster zu und keuchte kurz darauf mit flatterndem Rock die Straße hinunter; der Stab, den er unter den Arm geklemmt trug, wackelte wie ein Dackelschwanz.
Adara lauschte angestrengt, aber sie hörte weder das dumpfe Rollen auseinanderfallender Steine noch Alarmglocken oder Hornsignale von den Wachtürmen. Ragnar machte Anstalten, den Magi zu folgen. Sie winkte ab. »Bleib hier. Wir werden nicht gebraucht.«
»Aber …«, wandte der Novize ein.
Kopfschüttelnd deutete Adara auf die graue Wolke, die im Abendrot zerfaserte. »Es läuten keine Feuerglocken. Ein Alchemist, der sich nicht mit Explosionen auskennt, lebt nicht lange. Was auch immer da hochgegangen ist, die Stadt ist nicht in Gefahr.« Sie nickte den zwei Magiern hinterher. »Es gibt offensichtlich genug Leute, die sich um das Laboratorium kümmern. Wir haben eine Verabredung im Praios-Tempel.«
Der warme Abendwind frischte auf. Eine Böe fuhr die Promenade entlang und trug einen Schwall nach Schwefel stinkender Luft zu ihnen. Faisal schnaubte und wedelte mit der Hand vor seiner Nase herum, um den Geruch nach faulen Eiern zu vertreiben; auf der Straße husteten die Leute und warfen besorgte Blicke in Richtung der zerfasernden Rauchwolke. So schnell, wie er aufgekommen war, verflog der Schwefeldunst wieder.
Ragnar schnupperte der Wolke hinterher. »So schlimm war das doch gar nicht«, murmelte er erstaunt.
Adara lachte. »Man merkt, dass du von Stinkmorcheln verwöhnt wurdest.« Der Novize hatte ihr auf dem Weg von Kyndoch geholfen, die übel riechenden Pilze zu sammeln und zu verarbeiten.
»Nein, das ist es nicht, Mond…«
Ein scharfer Blick Adaras ließ den Grauling verstummen. Er wusste es besser, als sie auf offener Straße mit einem Titel anzureden. Nach einer kurzen Pause fuhr er in begeistertem Tonfall fort: »Hier kocht jemand Wildgryte!«
Faisal hob den Kopf. »Fleisch? Ich rieche den Wohlgeruch im frühen Morgengrauen eines strahlenden Tages geernteter Jasminblüten. Das ist ein würdiger Duft meiner Heimat. Wir sollten ihn erwerben. In der Hand unwissender Mittelreicher kann er nur achtlos verschwendet werden.«
Außer den letzten Resten Schwefel nahm Adara nichts wahr. Prüfend sog sie die Luft ein. Angenehme Gerüche schwebten über ihre Zunge. Rosenblüten, der Braten einer nahegelegenen Garküche, eine Idee des Weihrauchs, den die Praios-Tempel bevorzugten.
Aber doch, da war etwas. Der Wind wirbelte einige Blätter hoch und trug ihr zu, was sie suchte. Für einen kurzen Moment lag alles, was sie je begehrt hatte, vor ihr: Oma Barents Heimkehrtagsplätzchen, der dezente Geruch des Blauhimmelsterns, vermischt mit Räucherwerk, die sie in trauter Eintracht im Tempel begrüßten. Sie fand weder Ragnars Mittagessen noch Faisals Jasmin, aber die Düfte luden zum hemmungslosen Schwelgen ein. Unverhofft wandelte sich die Lieblichkeit. Ein widerliches Monster krallte sich in ihre Nase. Es versengte ihre Schleimhäute und fraß sich mit messerscharfen Klauen in ihren Kopf hinein. Adara schüttelte sich vergeblich. Bei dem aussichtslosen Versuch, es zu vertreiben, stieß sie heftig die Luft aus; das Vieh blieb. Vom Gleichgewicht verlassen taumelte sie gegen eine kalte Hauswand und rang um Atem. Tränen verschleierten ihren Blick.
Jemand fasste sie am Ellenbogen. Sie drehte ihren Arm zur Seite, aber ihr fehlte die Kraft, ihn freizumachen. In dem Nebel aus Schmerzen erschien und verschwamm Faisals Gesicht. Sie unterdrückte ein Würgen. »Das«, keuchte sie, »ist kein Wohlgeruch!«
Unvermittelt war der beißende Gestank verschwunden. Sie fuhr sich mit der freien Hand über die Augen. Rotorange Sonnenstrahlen verfärbten das graue Straßenpflaster zu einem dunklen Violett. Die Leute um sie herum gafften auf die Reste der Rauchwolke jenseits der Stadtmauer. Ein Jüngling in den Farben der Familie vom Großen Fluss und mit einer weiß-goldenen Armbinde brüllte »Platz, unwürdiges Gesindel«, als er vorbeigaloppierte. Ragnar warf sich außer Reichweite der Vorderhufe des Pferdes, rollte sich auf dem Pflaster ab und kam wieder auf die Beine. In seinen Händen lag sein Kampfstab. Der achtlose Reiter hielt auf die Burg Eilenwid-über-den-Wassern zu und verschwand hinter einem prächtigen Triumphbogen, der weiter im Süden die Straße einengte.
Faisal wedelte mit der Hand vor Adaras Gesicht herum. Dünne weiße Strähnen liefen durch seine krähenschwarzen Haare. »Geht es wieder?«, fragte er leise. »Von wegen Pentagramma-Artefakt. Ich bin beinahe davon überzeugt, dass es sich eben nicht um diesen besonderen Spruch handelte.«
Adara spuckte auf den Boden, um den widerlichen Geschmack loszuwerden. »Was passiert, wenn jemand den Bannspruch nach Strich und Faden versaut?«, murmelte sie. Langsam lichtete sich der ekelhafte Dunst, der ihren Kopf füllte. »Aber wir sind in Elenvina. Die geben sich nicht mit dämonologischen Zaubern ab. Zu viel Rechtgläubigkeit.«
Faisal zog sie auf die Füße. »Du vergisst, dass nach dem Beschluss des Allaventurischen Konvents jede Schule diesen Spruch lehren muss, unabhängig davon, wie unfähig ihre Dozenten sein mögen. Eine gescheiterte Pentagramma-Matrix kollabiert, ohne dass der Zaubernde einen Dämon in die dritte Sphäre ruft.« Er musterte sie eingehend. »Aber dies bedeutet nur, dass die hiesigen ach so gesetzestreuen Weißmagier keinerlei Ahnung von dem haben, was sie in ihrer duckmäuserischen Art angehen, fuchsköpfige Schönheit. Geht es dir wieder besser?«
»Das mag sein. Trotzdem stimmt hier etwas nicht.« Sie kannte den Geruch und seine Wirkung, aber sie konnte sich nicht erinnern, woher. Es war kein normales Alchemikum, und auch Faisal führte ihren Schwächeanfall nicht auf die Wohlgerüche des Morgenlands zurück, die er wahrgenommen hatte. Gestützt auf seinen elegant angebotenen Arm, schwankte Adara zu Ragnar hinüber. Wütend starrte der Grauling hinter dem Reiter her, hob einen Kiesel auf und warf ihn machtlos in die Richtung, die er eingeschlagen hatte.
»Langsam, Junge. Du kannst als Bettler nicht erwarten, dass die hohen Herrschaften dir Platz machen.«
Ragnar fuhr herum. »Der Kerl hat kein Recht …«, fauchte er.
Adara mimte eine Ohrfeige, die die Haare des Novizen aufwirbelte. »Der Kerl da«, erwiderte sie betont und mit nordmärkischem Akzent, »ist ein junger Herr und gehört zur Familie des Herzogs. Der junge Herr hat jedes Recht Elenvinas, du Trottel.«
Einen bedeutenden Teil seines Lebens hatte Ragnar in Kyndoch als Novize eines Händlertempels verbracht. Ihm war nie aufgefallen, wie viel Achtung ihm sein Stand einbrachte.
Leise fuhr sie fort: »Wer die Gestalt einer Maus annimmt, muss damit rechnen, dass die Katze ihn jagt, Grauling. Was genau hast du gerade gerochen?«
»Ein schwitzendes Pferd«, murrte Ragnar. Sie starrte ihn an, und er nahm sich zusammen. »Wildgryte. Geschnetzeltes. Vater hat es aus Ren, Elch und Preiselbeeren gekocht …« Er schluckte. »Ich habe es seit Jahren nicht mehr gegessen«, sagte er sehnsüchtig.
Adara sah Faisal an und hob eine Augenbraue.
Der Magier zuckte mit den Schultern. »Edelstes Jasminöl. Reiner Weihrauch, würdig, auf jedem Altar geopfert zu werden«, berichtete er leise. »Sicherlich kein schnödes gebratenes Fleisch.«
»Und bei mir gab es Omas Plätzchen, aber weder Jasmin noch Ragnars Rentiergrütze. Kennst du einen Zauber, der das bewirkt?«
»Unter Auslassung eines Schelms, der uns auf unnachahmliche Weise auf unsere übergroße Ernsthaftigkeit hinweisen wollte? Nein, edle Blume in der Wüste. Auch der in diesen Landen schnöde ›Weihrauchwolke, Wohlgeruch‹ genannte Spruch gibt nur einen gezielten Eindruck dessen ab, das der Zaubernde in den Nasen seiner Umgebung hervorzurufen wünscht.«
Ragnar murmelte den Satz nach. »Wir riechen, was wir riechen sollen?«, vergewisserte er sich.
»Jawohl, junger Bettler in unwürdigen Lumpen, du hast es erfasst. Einen Sinneseindruck ganz nach den inneren Wünschen des Wahrnehmenden – das kann kein mir bekannter Spruch erreichen.«
Zusammen mit ihrem Schwächeanfall klang das nicht gut. Allerdings war Elenvina eine Stadt, die einen angesehenen Praios-Tempel, die Inquisition und den Orden des Bannstrahls Praios beherbergte. Kaum ein Ort im Mittelreich verfügte über besseren Schutz.
Die ehrenhaften Bürger auf der Allee wandten sich wieder ihren Verrichtungen zu. Ein paar Halbwüchsige stierten unwillig auf die Ansammlung dreier Bettler, die Adara und ihre Begleiter darstellten, und tuschelten. Einer der Jungen griff in den Blumenkasten hinter sich und warf einen Klumpen Erde auf sie. Adara wich dem Dreck aus, aber da Faisal sie festhielt, traf ein fauler Apfel sie am Rücken.
»He!«, rief eine Frauenstimme. »Das ist keine Art, mit denen umzugehen, die es im Leben weniger glücklich getroffen haben als du!«
Eine Bürgersfrau, der zwei Mägde mit Einkaufskörben folgten, verscheuchte die Halbwüchsigen. Als sie Adaras Blick bemerkte, verzog die Frau das Gesicht. »Und ihr habt hier nichts verloren!«, schimpfte sie. »Verzieht euch in die Unterstadt!«

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